A 39: Bau ganz oder gar nicht

Entscheidung mit dem ersten Spatenstich

Uelzen. „Wenn es den ersten Spatenstich zwischen Wolfsburg und Ehra gibt, dann ist klar, dass die Autobahn 39 gebaut wird – und zwar auf der gesamten Länge über Uelzen bis Lüneburg.

“ Seite für Seite hat Kirsten Lühmann das Infrastrukturprogramm für die Jahre 2011 bis 2015 studiert, das Bundesverkehrsminister Ramsauer vergangene Woche vorgestellt hatte. Und für die SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Celle/Uelzen, die als Mitglied des Verkehrsausschusses ihre Informationen aus erster Hand bezieht, ist klar: Für Euphorie gibt es keinen Anlass – weder für Befürworter, noch für Kritiker des Autobahnprojektes. Die nächsten vier Jahre entscheiden, ob Uelzen über die A 39 an das Bundesfernstraßennetz angebunden wird. Und auch die Realisierung der Ortsumgehung Kirchweyhe ist nach wie vor sehr fraglich – die Entscheidung liegt jetzt bei Niedersachsens Wirtschaftsminister.

„Wir haben im Jahr 2012 in Niedersachsen 14 Projekte im Bau. Dafür brauchen wir 500 Millionen Euro. Und wir müssen 40 Millionen Euro für bereits fertiggestellte Baumaßnahmen abstottern. Und dazu kommen dann bei uns in Niedersachsen noch 22 Projekte, die wir bauen wollen – darunter auch die A 39 und die Ortsumgehung Kirchweyhe“, listet Lühmann gestern Nachmittag beim Pressegespräch in ihrem Berliner Büro auf. Und von diesen 22 Projekten sei angesichts der Finanzsituation fraglich, was überhaupt realisiert werden könne.

Die Entscheidung liege jetzt beim Land Niedersachsen und nicht mehr beim Bund: „Wirtschaftsminister Bode muss entscheiden, ob er von den 14 im Bau befindlichen Maßnahmen welche strecken will, um so Geld für neue Projekte freizuschaufeln“, erklärt das Mitglied im Verkehrsausschuss. Die Chancen für Kirchweyhe würden dann steigen, weil es sich vom Volumen um ein relativ kleines Projekt handelt. „Die Autobahn 39 aber hat einen großen Konkurrenten und das ist die A 20. Und das ist dann definitiv eine Autobahn zu viel“, erklärt die Sozialdemokratin.

Mit Spannung erwartet sie deshalb, ob es tatsächlich den ersten Spatenstich für die Verlängerung der Autobahn 39 von Wolfsburg nach Ehra gibt. „Denn dieser Abschnitt kostet 137 Millionen Euro. Und wenn das ausgegeben wird, lässt man nicht die Autobahn irgendwo in der Pampas enden, sondern baut sie komplett.

Von Thomas Mitzlaff

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