Uelzener Ärzte und Klinikleitung denken gemeinsam über Lösung nach

Nicht mit jedem Wehwehchen in die Notaufnahme: Entlastung gesucht

Der Oldenstädter Arzt Daniel Hagelstein ist neuer Sprecher der Ärzte in Stadt und Landkreis Uelzen. Er fragt sich, wie man es steuern kann, ob ein Patient in die Notfallpraxis oder in die Notaufnahme des Krankenhauses geht.
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Der Oldenstädter Arzt Daniel Hagelstein ist neuer Sprecher der Ärzte in Stadt und Landkreis Uelzen. Er fragt sich, wie man es steuern kann, ob ein Patient in die Notfallpraxis oder in die Notaufnahme des Krankenhauses geht.
  • VonJens Schopp
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Uelzen/Landkreis. Dass Patienten nicht gleich mit jedem Wehwehchen in die Notaufnahme des Uelzener Helios-Klinikums marschieren, sondern zunächst zur Bereitschaftsdienstpraxis an der Ripdorfer Straße, ist Bestreben des Krankenhauses wie auch der niedergelassenen Ärzte.

Allzu oft ist die Notaufnahme im Klinikum überfüllt und dies führt zu Stress bei den Patienten aufgrund langer Wartezeiten.

Um das Ärgernis in Angriff zu nehmen, trafen sich vor Weihnachten der neue Sprecher der Ärzte in Stadt und Landkreis Uelzen, Daniel Hagelstein, sowie sein Vorgänger Holger Schmidt mit Klinikgeschäftsführer Stefan Starke und leitenden Ärzten des Klinikums.

„Wir wollen überlegen, wie wir den Patientenfluss steuern können“, sagt Hagelstein. Das sei aber eine komplexe Geschichte. „Man kann da keinen Patienten verurteilen, der sich sofort auf zur Notaufnahme ins Krankenhaus macht“, sagt Hagelstein. Jeder Mensch habe sein subjektives Empfinden, und Schmerz sei eben nicht messbar, so der Oldenstädter Mediziner. Auch sei den Leuten bewusst, dass sie in einem Krankenhaus gleich eine Rundum-Versorgung haben. „Ein Blutbild kann dort sofort vor Ort erstellt werden.“

Im Uelzener Helios-Klinikum sind 2016 über 26 000 Notfälle versorgt worden, wie Kliniksprecher Thorsten Eckert mitteilt. „Die Zahl der Patienten, die wir in der Notaufnahme versorgen, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Tendenz ist weiter steigend.“ Von den über 26 000 Patienten seien knapp 50 Prozent ambulant behandelt worden. „Davon hätten nach unseren Erfahrungen etwa 20 Prozent im ambulanten hausärztlichen beziehungsweise fachärztlichen Bereich versorgt werden können.“

Das Haus komme seinem Versorgungsauftrag nach, daher würden alle Patienten behandelt. „Da wir die Patienten nach Dringlichkeit beziehungsweise Schweregrad ihrer Verletzung versorgen, können in der Notaufnahme immer wieder längere Wartezeiten entstehen, gerade für Patienten mit leichteren Verletzungen oder Erkrankungen“, sagt Eckert.

Ein Ansatz: „Die Notfallpraxis wird ans Krankenhaus verlegt“, sagt Hagelstein. Das dürfte schwierig werden. Die Kassenärztliche Vereinigung, die die Praxis in den Räumen des Deutschen Roten Kreuzes an Ripdorfer Straße betreibt, ist dort noch an einen über einen länger laufenden Mietvertrag gebunden. Über die Dauer der Restlaufzeit machte das DRK als Vermieter gestern auf AZ-Nachfrage keine Angaben.

Dass ein Andocken eine Entlastungsmöglichkeit sein kann, darüber sind sich Ärzte und Klinik einig. „Wir sind der Auffassung, dass eine nähere örtliche sowie inhaltliche Zusammenführung von ambulanten und stationären Strukturen eine wesentliche Entlastung der jetzigen Situation in deutschen Notaufnahmen darstellen kann“, sagt Kliniksprecher Thorsten Eckert.

Von Jens Schopp

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