45-Jähriger wegen sexueller Nötigung und versuchter Vergewaltigung vor Gericht

Entkleidet in einem Waldstück bei Uelzen

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In einem Waldstück bei Ebstorf soll der 45 Jahre alte Angestellte eines landwirtschaftlichen Betriebs einen 16-jährigen Auszubildenden sexuell genötigt haben.

Uelzen. Ein Angestellter und ein Lehrling eines landwirtschaftlichen Betriebs im Uelzener Landkreis haben viel Zeit miteinander verbracht: Wie einen Sohn habe er den Auszubildenden behandelt, sagte der 45-Jährige gestern vor dem Amtsgericht.

Doch nach Angaben der Staatsanwaltschaft Lüneburg soll der Vater von zwei Töchtern den jungen Mann auf dem gemeinsamen Heimweg zehn Mal exhibitionistisch belästigt und sexuell genötigt haben. In einem Fall wird dem Angeklagten vorgeworfen, in seinem Büro versucht zu haben, den damals 16-Jährigen zu vergewaltigen.

In den Jahren zwischen 2011 und 2013 hat laut Anklage der ehemalige Betriebsleiter des Hofes den Auszubildenden häufig nach der Arbeit mit dem Auto mitgenommen. Mehrfach habe er in einem Waldstück bei Ebstorf angehalten, seinen Unterleib entkleidet und versucht, den jungen Beifahrer zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Als sich der damals 16-Jährige geweigert habe, sei er dennoch unsittlich berührt worden. Der Angeklagte streitet die Vorwürfe ab, ebenso die mutmaßliche versuchte Vergewaltigung.

Eine Straftat hingegen räumt der 45-Jährige ein: So habe er Ende 2013 den jungen Mann abgepasst und ihm mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Da sich dieser Vorfall vor einer Jugendeinrichtung in Uelzen ereignete, wo der junge Mann einen Freund besuchen wollte, blieb der Vorfall nicht geheim: Das Opfer lief ins Haus der Jugendgruppe, der 45-Jährige stürmte hinterher und wurde von einem der Mitarbeiter gestoppt. So schilderte ein Sozialpädagoge die Szene in der Zeugenvernehmung. Nachdem sich der junge Mann weinend anderen in der Einrichtung anvertraut habe, habe einer der Betreuer ihm geraten: „,Geh zur Polizei und erstatte Anzeige.’ Es war Thema, dass es um etwas Sexuelles ging, was er nicht wollte.“

Der Ausbilder des Opfers sagte als Zeuge, der Betriebsleiter habe sich als „Vater-Ersatz“ für den Jungen gesehen, aber es habe auch ein „Katz- und Maus-Spiel“ gegeben. So sei der Betriebsleiter sehr „temperamentvoll“ gewesen, habe zwischendurch den Kontakt gemieden und sich dann doch wieder gekümmert. Ein Ereignis machte den Landwirt nachdenklich: So habe er den Angeklagten dabei erwischt, wie er sich am Dienstrechner im Internet pornografische Bilder von Männern angesehen habe. Erst später habe der Gutsverwalter den jungen Mann über die Entdeckung eingeweiht und ihn gewarnt, vorsichtig zu sein, erklärte er.

Die Verhandlung wird am 13. Februar fortgesetzt.

Von Diane Baatani

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