Mit der Übernahme weiterer Strecken zählt das Uelzener Unternehmen zu den größten Privatbahnen

Enno – der neue Metronom-Spross

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Äußerlich eine graue Maus – aber neben modernster Technik für die Fahrgäste verfügt der „Enno“ sogar über eine Ladestation für E-Bikes. Am 13. Dezember nimmt der Metronom-Ableger den regulären Zugbetrieb auf. Derzeit laufen noch Probefahrten.

Uelzen. Sein Aussehen ist auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig: Grau-magentafarbene Waggons, die Türen in Weiß. Der neue Zug heißt „Enno“ und auch wenn man es ihm nicht ansieht: In ihm steckt ein kleiner Metronom.

Denn Enno ergänzt künftig die Flotte des Uelzener Eisenbahnunternehmens. Er übernimmt zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember von der Deutschen Bahn den Nahverkehr auf den Routen Wolfsburg-Gifhorn-Hannover sowie Wolfsburg-Braunschweig-Hildesheim. Und der Metronom zählt durch diese Erweiterung des Streckennetzes dann zu den größten regionalen Eisenbahnunternehmen Deutschlands.

Schon jetzt nutzen rund 100 000 Fahrgäste am Tag die blau-gelben Doppelstockwagen des Metronom auf den Strecken Uelzen-Hamburg, Uelzen-Göttingen und Hamburg-Cuxhaven. Enno wird künftig täglich bis zu 30 000 Fahrgäste transportieren, die Schwestergesellschaft des Metronom, der Erixx, nochmals 30 000.

Dass der Enno nicht Metronom heißt, habe vor allem Marketinggründe, erklärt Unternehmenssprecher Björn Pamperin: „Mit Metronom verbinden Fahrgäste die blau-gelben Doppelstockzüge, der neue Name soll deshalb Irritationen vermeiden.“

Dabei braucht sich Enno nicht hinter dem großen Bruder zu verstecken – im Gegenteil: Die Ausstattung der „grauen Maus“ zählt zum Besten, was der regionale Zugverkehr in Deutschland aktuell zu bieten hat. So sind sämtliche Züge mit kostenfreiem W-Lan ausgestattet, über das Fahrgäste im Internet surfen können. Ein Reservierungssystem verspricht jedem Pendler seinen Lieblingsplatz; die aktuelle Verkehrslage, Anschlussverbindungen und Verspätungen erfahren Reisende über ein modernes Infosystem auf Monitoren. Und jeder Zug verfügt über eine Ladestation für E-Bikes. Kostenfreies W-Lan steht auf der Wunschliste der Metronom-Fahrgäste ohnehin auf Platz eins, weiß auch Sprecher Björn Pamperin: „Das einzurichten, ist allerdings eine relativ teure und aufwändige Technik.“ Deshalb sei es nicht möglich, auch die 220 Doppelstock-Waggons umgehend auszustatten. „Diese Züge sind mittlerweile zehn Jahre und älter, wir überlegen deshalb aber mit der Landesnahverkehrsgesellschaft LNVG eine Generalüberholung“, erläutert Pamperin. Die LNVG ist bei solchen Entscheidungen immer mit im Boot – denn sie finanziert letztlich den Nahverkehr in Niedersachsen aus Steuergeldern.

Von Thomas Mitzlaff

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