Engagiert und voller Ideen

Workshops ergänzten das Film-Wochenende im Jugendzentrum Uelzen: Hier beschäftigen sich Teilnehmer mit Handwerk und Kunst des Filmschminkens.

Uelzen - Von Barbara Kaiser. „Eigentlich ist es ‘ne dreiste Kopie“, sagen Lars und Hauke Thießen von der Video-AG des Athenaeum-Gymnasiums Stade. Sie haben einen der 40 Streifen (von 90) eingereicht, die auf den 13.

Uelzener Filmtagen, dem Niedersächsischen Schüler- und Jugendfestival, zur Aufführung kamen. Die 17-Jährigen spielen darin mit George Orwell-Zitaten, versuchen das Gedankenexperiment über ein Herrschaftssystem, das dem Menschen jede Selbstverantwortung abnehmen würde. Am Thema interessiere sie die Relation von Sicherheit und Freiheit, sagen sie, dieser viel diskutierten Agenda auch in der Politik; aber eine eventuelle Zukunft vorwegnehmen wollten sie auf keinen Fall.

Praktisch von der anderen Seite kamen Thüringer Schüler, die versucht hatten, den „Weg in die Freiheit“ filmisch zu bewältigen. Mit 19 Minuten war es der zweitlängste Streifen, der mit der Auswahl der Interviewten Ausgewogenheit nicht herstellte, erfreulicherweise aber skeptische Töne zum Stichwort Freiheit zuließ.

Das Spektrum der eingereichten Beiträge war unendlich breit und bewegte sich zwischen Animationsfilm und politischer Auseinandersetzung, zwischen Alltagsfrust und –lust sowie surrealen Begebenheiten und der Parodie. Sie erzählten vom Leben und seinem frühen Scheitern, aber auch von Möglichkeiten für Persönlichkeitsentwicklung. Beispielhaft wurden diese krassen Gegensätze besonders mit dem sympathisch-faktenreichen Werbefilm über das Jade-Gymnasium aus Varel und dem deprimierenden Beitrag aus Wedemark, der Konsequenzen im Drogenmilieu vor Augen führt. Helle Fröhlichkeit dort, dunkle Bilder, manche beeindruckend fotografiert, hier.

Das Publikum im voll besetzten Vorführsaal im Jugendzentrum quittierte jeden Streifen mit freundlichem Beifall. Offensichtlich war das Interesse an der Arbeit der anderen groß. Lebhafte Diskussionen über die Filme und in den angebotenen Workshops ergänzten ein ereignisreiches Wochenende, an dem sich niedersächsische Nachwuchsfilmer in Uelzen getroffen haben. Der Jury, die nach diesem Marathon wahrscheinlich eckige Augen hat, dürfte ihre Wahl für die Preisvergabe schwer gefallen sein, denn die Qualität der Wettbewerbsfilme, sowohl in technischer als auch inhaltlicher Hinsicht, war ganz und gar beachtlich. Viele frische Ideen, große Ernsthaftigkeit, eine Menge Lust an der Arbeit könnten als Markenzeichen genannt werden.

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