Endstationfür zwei Erpresser

Behinderte Menschen waren die Opfer der beiden jetzt ermittelten Täter.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Sie hatten sich zielgerichtet behinderte Menschen ausgesucht und diese skrupellos erpresst, bedroht und bestohlen (AZ berichtete). Jetzt hat die Kriminalpolizei Uelzen zwei 23 und 29 Jahre alte Uelzener als mutmaßliche Täter ermittelt. Der ältere der beiden Männer, der im Verdacht steht, der Haupttäter zu sein, wurde festgenommen.

Seit September vergangenen Jahres hatte die Kripo gegen die beiden Männer ermittelt. Diese sollen sich im Zeitraum vom Sommer 2009 bis zum Frühjahr 2010 in der Uelzener Innenstadt augenscheinlich geistig oder körperlich behinderte Opfer beziehungsweise Personen, die so wirkten, ausgesucht haben. Unter einem frei erfundenen Vorwand, so die Polizei, hätten die Männer von ihren wehrlosen Opfern Geld gefordert.

Das geschah zum Teil unter massiver Gewaltdrohung. So soll der mutmaßliche Haupttäter in einem Fall sein Opfer mit vorgehaltenem Messer zur Herausgabe des Bargeldes gewungen haben. In einem anderen Fall soll ein verängstigtes Opfer genötigt worden sein, an einem Geldautomaten Bargeld abzuheben. Insgesamt hätten die Täter in sechs Fällen versucht, die Herausgabe von kleineren Bargeldbeträgen von 20 Euro oder mehr zu erzwingen.

Darüber hinaus stehen die beiden Uelzener im Verdacht, mehrmals in das Wohnhaus eines Opfers eingedrungen zu sein und Bargeld in Höhe von mehreren hundert Euro gestohlen zu haben. Die beiden Männer sind nach Überzeugung der Ermittler bei ihren Taten jeweils als Duo aufgetreten und haben dabei einen dunklen Kleinwagen genutzt.

Schon damals waren der Uelzener Polizei einige Opfer bekannt. Nach einem AZ-Bericht im Dezember 2009 meldeten sich zwei weitere Betroffene. Nach umfangreichen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg nun Haftbefehl gegen den 29-jährigen mutmaßlichen Haupttäter beantragt. Das Amtsgericht Uelzen erließ Untersuchungshaftbefehl nach der Festnahme des Mannes. Dieser wurde inzwischen in die Justizvollzugsanstalt Uelzen gebracht .

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Kripo die beiden Verdächtigen vernommen. Dabei hatten die Männer die Vorwürfe aber abgestritten und behauptet, die Betroffenen hätten Schulden bei ihnen gehabt (AZ berichtete). Die Beweisführung des Kriminalermittlungsdienstes war sehr schwierig. Denn die Opfer waren nach den Taten eingeschüchtert und hatten zudem Schwierigkeiten, den genauen Ablauf der Vorfälle detailgetreu und strukturiert zu erklären.

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