Das Ende der Stützstrumpf-Zeit

Dieser Anblick soll bald der Vergangenheit angehören.

Uelzen. 13 000 Fahrgäste steigen täglich im Uelzener Bahnhof um, dazu kommen zehntausende Besucher, die eigens zur Besichtigung des Hundertwasser-Bauwerks von weit her anreisen. In jüngster Vergangenheit aber war Uelzens Touristenmagnet Nummer eins auch zusehends in die Kritik geraten. Verdreckte Ecken, abgeplatzte Fliesen an den Säulen, ein über Monate geschlossenes Restaurant... Gestern nun konnte der Konzern für die Stadt Erfreuliches verkünden: „Nach langem Suchen haben wir endlich einen Fachbetrieb gefunden, der diese Spezialfliesen herstellen und auch anbringen wird“, verkündete Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst.

Die Renovierung ist auch dringend nötig. Denn zehn Jahre nach seiner Einweihung als Hundertwasser-Bahnhof sind Substanzverluste nicht zu übersehen – zuletzt fiel das den vielen tausend Besuchern auf, die jüngst zum Feier des zehnjährigen Bestehens strömten.

Und auch Uelzens Tourismus-Werber sahen sich immer häufiger mit Kritik konfrontiert. So waren der Zustand der Gastronomie und die bauliche Situation häufige Gesprächs-themen auf dem Pfingstmarkt in Satemin (Landkreis Lüchow-Dannenberg). Dort hatte sich Uelzen mit dem mobilen Messestand „Fridolin“ – der farbenfrohen Miniaturausgabe des Hundertwasser-Bahnhofs – im Rahmen der Kulturellen Landpartie im Wendland präsentiert. Viele Besucher bemängelten dabei den Zustand des Bahnhofs. „Diese Gespräche sind zwar nicht schön, aber wichtig“, betont Anke Steffen, Leiterin der Uelzener Touristinformation. „Wir wollen, dass unsere Gäste unsere Angebote wahrnehmen, und es gehört auch dazu, dass sie ihren Unmut äußern.“

Zumindest was die Fliesen betrifft, könnte die Kritik also schon bald verstummen. Nächsten Mittwoch soll es losgehen mit der Sanierung, kündigt Brunkhorst an. Einen Fachbetrieb zu finden, sei mühsam gewesen: „Jede Fliese ist ein Unikat und auch das Anbringen ist nicht einfach“, weiß die Bahn-Sprecherin.

Für das ehemalige Restaurant „Arte“ stehen die neuen Betreiber fest, eine Gruppe von Investoren will ein Bio-Restaurant eröffnet (AZ berichtete). Bis dahin werden aber noch einige Monate vergehen.

Wirbel gibt es auch um den DB-Verkaufsladen gegenüber: Der Vertrag mit dem Pächter läuft nach zehn Jahren zum 31. Juli aus. Die Bahn hat zur Bedingung einer Vertragsverlängerung gemacht, dass der Betreiber mehrere dieser Läden in niedersächsischen Bahnhöfen unterhält. Das will der derzeitige Pächter nicht, er hört deshalb auf. „Einen Nachfolger haben wir noch nicht“, sagt Brunkhorst. Deshalb wird der alte Betreiber das Geschäft noch einige Wochen länger führen. Dann soll der Laden für einen neuen Pächter umgebaut werden.

Von Thomas Mitzlaff

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