Das Ende eines Nadelöhrs

Auch am neuen Haltestellen-Standort neben der Firma Vivento Customer Services warten mittags viele Schüler auf ihre Busse. Doch dort haben sie mehr Platz und ein schützendes Vordach.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Sie hatten sich auf die Stufen vor dem Süßwaren-Spezialitäten-Geschäft von Brigitte Nelson an der Ringstraße gesetzt und die Eingangstür blockiert. Ihre Rucksäcke lagen oft weit verstreut. Auch auf dem Bürgersteig vor dem Laden herrschte zur Mittagszeit stets dichtes Gedränge: Die Gruppen von Schülern, die an der Haltestelle gegenüber dem Stadtgarten auf ihre Schulbusse warteten, waren einigen Anwohnern ein Dorn im Auge. Doch wo sollten die vielen Schüler auch hin angesichts des schmalen Bürgersteiges?

Jetzt hat die Stadt reagiert und in Abstimmung mit der Polizei und den Busunternehmen die Haltestelle um etwa 60 Meter verlegt. Statt vor dem Süßwarenladen befindet diese sich nun auf Höhe der Firma Vivento Customer Services (VCS) im ehemaligen Telekom-Gebäude. Seitdem hat sich die Situation auf der Ringstraße entspannt.

„An dem neuen Standort gibt es deutlich mehr Platz für die Schüler, weil der Fußweg breiter ist“, erklärt Uelzens Baudezernent Karsten Scheele-Krogull. Außerdem können dort nun zwei Busse hintereinander halten, was vorher nicht möglich war. Und nicht zuletzt bietet das VCS-Vordach den Schülern Schutz bei Regen.

Um Freiraum zu schaffen, hat die Stadt vier Parkplätze neben dem Eingang des Unternehmens entfernt und zur Haltebucht für die Schulbusse umfunktioniert. Im Gegenzug entstanden am alten Haltestellen-Ort vor dem Süßwaren-Geschäft zwei neue Parkplätze.

Dass die Stadt die vier Stellplätze aufgegeben hat, sei nicht gravierend, meint Dezernent Scheele-Krogull: „Dort hatten wir ohnehin die geringste Auslastung und die wenigsten Einnahmen aller Parkplätze in der Innenstadt.“

Für Geschäftsinhaberin Brigitte Nelson ist die Verlegung der Bushaltestelle sinnvoll, aber auch längst überfällig. „Wir haben uns schon vor zwei Jahren bei der Stadtverwaltung beschwert und ihr genau diese Lösung vorgegeben“, sagt sie. Jetzt habe die Stadt endlich reagiert. „Dort drüben stören die Schüler niemanden“, meint Brigitte Nelson.

Auch viele der jungen Leute können sich damit anfreunden. „Jetzt herrscht hier nicht mehr so viel Gedränge“, berichtet eine Achtklässlerin aus Ostedt, die das Herzog-Ernst-Gymnasium besucht, der AZ. Denn immer wieder seien am alten Haltestellen-Standort Schüler auf die Straße geschubst worden. „Und wenn es geregnet hat, wurden wir pitschnass. Eine halbe Stunde in nassen Sachen im Bus zu sitzen, ist nicht so angenehm“, erzählt die Schülerin.

Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte bei der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen, begrüßt den neuen Halt der Schulbusse ebenfalls. „Mehr Platz für die Schüler bedeutet auch mehr Sicherheit. Und wenn das mit einer Verlegung um wenige Meter erreicht werden kann, ist das eine sinnvolle Sache“, findet er.

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