UWG-Ratsherr Delekat beendet Zusammenarbeit mit CDU und Grünen und schließt sich SPD an

Das Ende der absoluten Mehrheit

Uelzen. Die sicheren Zeiten sind vorbei: Die Gruppe von CDU, Grünen und Unabhängiger Wählergemeinschaft (UWG) im Uelzener Stadtrat verliert den UWG-Ratsherrn Joachim Delekat und damit die absolute Mehrheit in dem wichtigsten Entscheidungsgremium der Stadt.

Hatten CDU, Grüne und UWG bislang 20 Sitze im Stadtrat, sind es für CDU und Grüne künftig noch 19. SPD und Delekat kommen gemeinsam auf nunmehr 15 Sitze – plus die Stimme des Bürgermeisters Otto Lukat (SPD). Die Ratsgruppe WIR für Uelzen/Piraten/Bündnis 21-RRP verfügt weiterhin über vier Mandate.

Joachim Delekat hat seine Gründe für den Ausstieg aus der Noch-Mehrheitsgruppe: „Es gibt mehr inhaltliche Schnittmengen mit der SPD.“ So sei man sich beispielsweise einig darüber – anders als mit CDU und Grünen –, den Radweg von Groß Liedern nach Lehmke nicht zu bauen, sagt er. Der UWG-Ratsherr geht mit den Sozialdemokraten d’accord, die rund 100 000 Euro, die die Stadt Uelzen dabei tragen müsste, lieber fürs städtische Radwegekonzept aufzuwenden.

Auch die einst mit CDU und Grünen beschlossene Zusammenlegung von Fachausschüssen sei aus seiner Sicht im Nachhinein nicht richtig gewesen: Delekat befürwortet heute einen eigenen Kultur- sowie Sportausschuss. Und ist sich da einig mit der SPD: „Diese Themen müssen mehr Gewicht bekommen“, findet auch SPD-Fraktionschef Klaus Knust. Eine Resolution für den Bau der A 39 und die Forderung nach mehr Öffentlichkeit bei den Planungen der Y-Bahntrasse nennen Delekat und Knust als weitere Gemeinsamkeiten. „Atmosphärische Störungen“, so Delekat, habe es mit CDU und Grünen gegeben, als es um die Unterstützung eines Bürgermeisterkandidaten ging. Delekat sprach sich, wie berichtet, für den von der SPD unterstützten Jürgen Markwardt aus und nicht für den CDU-Kandidaten Karsten Jäkel – weil er Markwardt schlichtweg für fachlich qualifizierter hält, wie er begründet. Außerdem erhält der UWG-Mann Rückenwind bei seinen Bemühungen, dass auch die Einzelmandatsträger der „kleinen“ Parteien – wie UWG, Piraten und RRP – an den sogenannten Fraktionsvorsitzenden-Besprechungen teilnehmen dürfen – was bislang nicht der Fall gewesen sei.

Joachim Delekat und Klaus Knust bringen die Konsequenzen aus dem bevorstehenden Stühlerücken im Stadtrat für sich so auf den Punkt: „Es wird künftig Sachpolitik entscheiden müssen“, sagt Knust vor dem Hintergrund der nunmehr fehlenden absoluten Mehrheit. „Das Polarisieren gibt es nicht mehr“, ergänzt Delekat, „man wird sich austauschen müssen.“

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare