„Emma“ fährt nicht mehr

Stadtrundfahrten im Hundertwasser-Stil gibt es nicht mehr.

Uelzen/Hamburg - Von Marc Rath. „Genießen Sie in Ruhe eine Rundfahrt entlang historischer Fassaden durch die Altstadt Uelzens mit der Stadtbahn ,Emma‘“ – so wirbt die Uelzener HeideRegion derzeit auf ihrer Internetseite um Touristen. Am 1. Mai sollte das Dieselgefährt in der siebten Saison seine Route durch die Innenstadt ziehen. Doch es gab noch keine dunklen Auspuffwolken von „Emma“ in diesem Jahr – und sie wird es auch nicht mehr geben.

„Der Betrieb ist eingestellt“, erklärte Betreiber Rainer Bruns auf AZ-Nachfrage. Er beendete damit Spekulationen und auch eine Ungewissheit in der Stadtverwaltung. „Wir erwarten schnellstens eine Entscheidung , ob und wie es weitergeht“, hatte Stadtsprecherin Ute Krüger zu Beginn der Woche noch betont.

Es bleibt nicht nur beim Ende von „Emma“. Bruns kündigte an, das unter seine Regie laufende „Art & More“ in der Fußgängerzone zum 26. Mai zu schließen. Das geschieht nicht ganz freiwillig. Die Fenster des als „Kunsthaus“ ausgeflaggten Gebäudes sind bereits verhängt. Ein Zettel „Zu vermieten“ hängt im Schaufenster. „Es handelt sich um eine Zwangsräumung“, bestätigte die Mitarbeiterin des Hamburger Maklerbüros der AZ, dass „Art & More“ wegen Mietschulden das Haus in der Bahnhofstraße räumen muss.

„Ich sehe keine Perspektive mehr. Und ich will auch nicht mehr“, umschrieb der Hamburger Gastronom der AZ seine Situation in Uelzen. Hundertwasser-Fan Bruns hatte seine Aktivitäten im Zuge der Bahnhofs-Umgestaltung von der großen in die kleine Hansestadt ausgedehnt. Seinen Teil-Abschied sieht er auch einer seiner Absicht nach verfehlten Stadtvermarktung geschuldet. Die von ihm erwarteten Touristen seien ausgeblieben – „und von den Uelzenern allein kann ich nicht leben“, will er sich nunmehr auf andere Projekte konzentrieren. Das Restaurant „Arte“ im Hundertwasser-Bahnhof werde er zunächst weiter betreiben. Der Gastronom ist indes daran interessiert, den Pachtvertrag zu lösen.

Mit dem Ende von „Art & More“ verliert die Stadt auch ein Café in der Fußgängerzone und eine Ausstellungs- und Verkaufsfläche für Kunsthandwerk. Die 340 Quadratmeter auf drei Etagen sind ab sofort zu vermieten, heißt es vom Maklerbüro.

Unterdessen versucht die Stadt die Lücke im Tourismusangebot schnell zu schließen. „Wir sind sehr daran interessiert, weiterhin eine originelle Fahrgelegenheit durch die Stadt – insbesondere für Touristen – zu bieten“, betonte gestern Ute Krüger. Das könne die Stadt nicht selbst und überlege nun, ob und welche Betreiber dafür gewonnen werden könnten, erklärte die Sprecherin: „Für Ideen sind wir offen.“

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