„Stirbt die Schule, stirbt das Dorf“

Eltern und Kinder der Grundschule Veerßen demonstrieren vor dem Rathaus

Mehr als 50 Kinder und Eltern aus Veerßen zeigten trotz Sturm und Regen Präsenz vor dem Rathaus Uelzen.
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Mehr als 50 Kinder und Eltern aus Veerßen zeigten trotz Sturm und Regen Präsenz vor dem Rathaus.
  • Lars Becker
    vonLars Becker
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Sturm und Regen haben mehr als 50 Mädchen, Jungen und deren Eltern am Samstag (13. März) nicht davon abhalten können, vor dem Rathaus für den Erhalt des erweiterten Schulbezirkes Veerßen Flagge zu zeigen.

Uelzen – Es ist stürmisch, es ist nass – und dennoch versammeln sich am Samstagvormittag mehr als 50 Kinder, Eltern und Funktionsträger auf dem Uelzener Herzogenplatz, um für den Erhalt der Grundschule Veerßen als Halbtagsschule und gegen die Auflösung des erweiterten Schulbezirkes Veerßen zu demonstrieren.

In einer Woche – in der Ratssitzung am Montag, 22. März ab 18.30 Uhr – soll die finale Entscheidung darüber fallen. Bereits am Montag (15. März) befasst sich ab 15 Uhr der Verwaltungsausschuss der Hansestadt Uelzen in nichtöffentlicher Sitzung auch mit diesem Thema. Die AZ hat im Rahmen des Protestes am Samstag Stimmen eingefangen.

„Antrag zu Container oder Anbau zurückziehen“

Sandra Ohst (Schulelternratsvorsitzende der Grundschule Veerßen): „Wir haben wirklich große Sorge, dass unsere Schule geschlossen wird, wenn die Schülerzahlen sinken, weil dann der Betrieb wirtschaftlich nicht mehr rentabel wäre. Das wäre nur durch den Erhalt des erweiterten Bezirks vermeidbar. Unser Wunsch ist, die Grundschule Veerßen mit passenden Schülerzahlen zu erhalten.“

Wiebke Köpp (CDU-Bürgermeisterkandidatin, die selbst einen Sohn in der ersten Klasse in Veerßen hat): „Die Situation ist eigentlich ursprünglich durch eine Warnmeldung bezüglich einer herrschenden Raumknappheit ins Rollen gekommen. Das ist allerdings überhaupt nicht mehr akut. Daher müsste der Vorschlag an die Verwaltung für einen Anbau oder einen Container wieder zurückgenommen werden. Bei einem Halbtags-Schulbetrieb fallen ja ohnehin all die Kinder heraus, die aus unterschiedlichen Gründen ein Ganztagsangebot benötigen.“

„Glücklichste Kinder an den kleinen Schulen“

Ilse Warnecke-Schulz (Lehrerin im Ruhestand): „Ich habe an mehreren Schulen in Uelzen und im Landkreis unterrichtet, auch in der Schule Veerßen. Meine Erfahrung sagt, dass die glücklichsten Kinder immer die an den kleinen Schulen gewesen sind. Es ist immens wichtig für das soziale Lernen, dass man sich untereinander kennt. Das schafft ein persönliches Umfeld und sorgt für eine gute Entwicklung der Schüler.“

Hinrich Heuer (Landwirt aus Veerßen): „Vor fünf Jahren kam aus dem Rathaus von Stadtrat und Bürgermeister das Versprechen, dass an dem Status Quo nicht gerüttelt werden wird. Viele junge Familien sind daraufhin extra nach Veerßen gezogen, um ihren Kindern einen sorglosen Schulstart direkt vor Ort zu ermöglichen. Wenn das nun einfach gebrochen würde, wäre das kein gutes Zeugnis für die Verantwortlichen.“

„Nicht gegen Wunsch der Veerßer entscheiden“

Karl-Heinz Günther (CDU-Stadtratsmitglied und Ortbürgermeister Westerweyhe): „Zur Zeit herrscht im Stadtrat ein Patt über das weitere Vorgehen. Bleibt es dabei, obliegt die Entscheidung alleine dem Bürgermeister. Hier sollte auf keinen Fall gegen die Stimmen der Schüler, der Eltern, der Lehrer, des Schulvorstandes, des Ortrates, also eigentlich gegen den Wunsch der gesamten Veerßer Bürgerinnen und Bürger entschieden werden. Stirbt die Schule, stirbt auch das Dorf. Im Interesse der Kinder und Eltern sollten wir uns gemeinsam für die Erhaltung der kleinen Grundschulen im Stadtgebiet einsetzen.“ - von Oliver Huchthausen

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