In Kirch- und Westerweyhe wird Stimmung für den Erhalt der hiesigen Grundschule gemacht

Eltern kämpfen „mit allen Mitteln“

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An der Grundschule Westerweyhe machen die Eltern gegen eine Schließung mobil.

Uelzen. Es ist ein „dringender Aufruf“ von Susanne Quast, der am Mittwoch in Form eines Handzettels an alle Eltern von Kindern an der Grundschule in Westerweyhe ergeht.

Die Schulelternratsvorsitzende appelliert darin, sich mit einer Unterschriftensammlung für den Erhalt der Westerweyher Schule stark zu machen. Denn jüngste Diskussionen im städtischen Schulausschuss und Gespräche mit verschiedenen Lokalpolitikern hätten mehr und mehr den Eindruck hinterlassen, „dass man sich jetzt auf Westerweyhe einschießt“, sagt sie gestern im AZ-Gespräch.

Dem schriftlichen Aufruf an die Mütter und Väter ist zu entnehmen, dass man zwar ständig von einer Schließung der Grundschule Veerßen lese, diese aber wegen „gesicherter Investition in den Brandschutz längst vom Tisch“ sei. „Daher“, so Quast in dem Flugblatt, „entfallen auch die bisherigen vorgestellten Varianten 1 bis 3 und Variante 4 gerät immer mehr in den Vordergrund“ – also die Degradierung der Westerweyher Schule zur Zweigstelle der Sternschule (siehe Seite 1). „Ohne Schulleiterin, Sekretariat und eigenes Konzept“, zeichnet Susanne Quast in dem Handzettel ein düsteres Szenario davon, dass in diesem Fall die 1. und 2. Klassen in Westerweyhe blieben und die Dritt- und Viertklässler zur Sternschule gingen.

„Ich habe mich schon gefragt, ob wir damit im Vorfeld nicht zu extrem reagieren“, räumt Susanne Quast auf AZ-Nachfrage ein – wohlwissend, dass noch alle Optionen für die künftige Grundschullandschaft offen stehen. Doch die Eltern sind nach der Lektüre des besagten Handzettels längst in Alarmbereitschaft versetzt, weil darin die vierte von insgesamt sieben Varianten als bereits gegebener Fakt formuliert wird. Ute Krüger, Sprecherin der Stadt Uelzen, betont aber, dass in Sachen Grundschulstandorte noch nichts entschieden sei: „Ob einer der sieben Vorschläge tatsächlich umgesetzt wird, ist derzeit völlig offen.“ Die Varianten würden von der Politik beraten, und dabei könne es durchaus noch zu neuen Möglichkeiten kommen, sagt sie. Allerdings wolle man noch in diesem Jahr Klarheit schaffen, „um den aktuellen Schwebezustand und die Ungewissheit für Schulen und Eltern schnellstmöglich zu beenden“. In Westerweyhe wetzen die Eltern indes weiter prophylaktisch die Messer und fordern nachdrücklich den Erhalt der dortigen Grundschule: „Unsere Elternschaft wird sich stark positionieren und öffentlich mit allen Mitteln für den Erhalt ihrer Grundschule kämpfen“, kündigt Susanne Quast in einem Schreiben an die Uelzener Stadtverwaltung an.

Von Ines Bräutigam

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