Elster tritt nicht wieder an

Theodor Elster: Seit 24 Jahren oberster Verwaltungsbeamter des Landkreises.

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. Landrat Theodor Elster (parteilos) wird bei der nächsten Landratswahl am 11. September 2011 nicht mehr antreten. „Ich beabsichtige, nicht noch einmal zu kandidieren“, sagte der Jurist, der seit 1986 an der Verwaltungsspitze des Landkreises steht. „Bei einer erneuten Wahl wäre ich bis zu meinem 71. Lebensjahr im Amt“, begründete er seinen Entschluss, der „in den letzten Wochen langsam gereift ist“.

Der heute 62-Jährige hatte sich anlässlich seines 60. Geburtstags und auch danach seine Zukunft stets offen gehalten. Damals ging Elster indes davon aus, dass es keine Änderung der Landkreisordnung gibt, wonach ein Landrat mit Erreichen des 68. Lebensjahres aus dem Amt scheiden muss. Die CDU/FDP-Koalition in Hannover will diese Altersgrenze jedoch ebenso aufheben wie sie die Stichwahl abschaffen will (AZ berichtete).

„Es gibt noch etwas anderes im Leben“, betonte gestern der Verwaltungsjurist, dass er nach Beratungen mit seiner Familie nach dieser Amtszeit einen Schlussstrich ziehen will. Zur Hälfte einer Wahlperiode freiwillig auszuscheiden, sei für ihn keine Option. „Ich bin da für eine klare Kante“, bekannte er.

Aus den Reihen der beiden großen Parteien im Kreis, die derzeit intern nach Kandidaten sondieren, wurde Elsters Schritt gestern mit großem Respekt kommentiert. CDU-Kreisvorsitzender Jörg Hillmer sprach von einer „sehr geradlinigen und prinzipientreuen Entscheidung“. Dem Landrat gebühre eine hohe Anerkennung für die Leistungen, die er in seinen fast 25 Jahren an der Kreisspitze erbrachte habe.

„Als Lokalpolitiker kann ich es nur sehr bedauern, dass dieser versierte Jurist nicht mehr zur Verfügung steht“, würdigte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Jacques Voigtländer, den Landrat.

Der Sozialdemokrat bekannte, dass er „mit diesem Schritt nicht gerechnet“ habe. „Jetzt wird es spannend“, kommentierte er die Nachfolge-Diskussion. SPD-Unterbezirksvorsitzender Klaus-Peter Dehde hatte in einem Rundschreiben an alle Mitglieder darum gebeten, dass sich Interessenten bis zum 20. September bei ihm melden sollten. Ob es bereits Bewerber gibt, wollte Dehde noch nicht sagen

„Wir als CDU werden kurzfristig einen Kandidaten vorschlagen“, kündigte Hillmer an. Näher wollte er dazu gestern noch keine Stellung beziehen. Die Christdemokraten wollen laut Hillmer auf ihrem Kreisparteitag im November die offizielle Nominierung vornehmen.

Elster hatte sich nach 17-jähriger Amtszeit als Oberkreisdirektor bei der ersten direkten Landratswahl 2003 gegen Gerhard Schulze (CDU) und Vogtländer durchgesetzt. Seite 2

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