Wasser- und Schifffahrtsamt meldet neuen Güterrekord / Starke Zuwächse bei Containern

Der Elbe-Seitenkanal boomt

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Auf dem Kanal wurden so viele Güter transportiert wie nie zuvor. Besonders stark wächst der Containerverkehr.

stk Uelzen/Esterholz. In den ersten Jahren wurde er als „Elbe-Pleitenkanal“ verspottet, inzwischen bricht der Elbe-Seitenkanal Rekorde.

An der Schleuse Esterholz und dem Schiffshebewerk Scharnebeck wurde erstmals die Zehn-Millionen-Tonnen Marke bei der auf Binnenschiffen transportierten Ladung überschritten, meldet das Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen. Damit liegen die ermittelten Verkehrszahlen 2014 noch einmal deutlich über Rekordwerten von 2013.

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Gegenüber dem Vorjahr wurde die auf Binnenschiffen durch den Landkreis Uelzen transportierte Gütermenge noch einmal um 16 Prozent auf 11 Millionen Tonnen gesteigert. „Treibende Kraft ist ein Umschlagrekord im Hamburger Hafen“, erklärt Sachbereichsleiter Schifffahrt Kai Römer. „Denn dort waren mit 110 Millionen Tonnen in den ersten neun Monaten eines Jahres noch nie so viele Güter umgeschlagen worden wie 2014.“

So wie die Containerschiffe das Bild im Hamburger Hafen bestimmen, fielen auch auf dem Elbe-Seitenkanal die Zuwächse beim Containertransport besonders groß aus. Erstmals schipperten durch die Schleuse Esterholz über 80 000 Standard-Container, TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) genannt. An der Schleuse Sülfeld am Mittellandkanal bei Wolfsburg wurde das Vorjahresergebnis um fast 90 Prozent gesteigert. „Grund für diese enorme Entwicklung“, so Römer, „ist die Inbetriebnahme eines neuen Containerterminals in der Volkswagenstadt.“

Mit den jetzt veröffentlichten Zahlen wurden die Erwartungen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung noch übertroffen. Hilfreich sei der weitgehend eisfreie Winter 2013/14 wie die milde Witterung der letzten Monate gewesen. Zudem steuerten mehr Kapitäne den Kanal an, weil die Wasserstände auf der Elbe durchgehend niedrig waren.

Schiffshebewerk und Schleuse haben 2014 erstmals seit 2003 wieder mehr Ladung bewegt als die Schleuse Sülfeld am Mittellandkanal. Dazu trug eine zehntägige Sperrung des Mittellandkanals im letzten Herbst bei, als ein Güterschiff in Sachsen-Anhalt gesunken war und die übrige Schifffahrt blockierte.

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