„Im Schatten von St. Gertrud“: Georg Lipinsky stellt in Uelzener Bücherei aus / Ansichten aus fünf Jahrhunderten als kleine Heimatkunde

Einstiegsdroge in die Stadtgeschichte

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Herzog Ernst darf auf den Bildern zur Stadtgeschichte natürlich nicht fehlen.

Uelzen. Mauern können Geschichten erzählen über längst vergangene Zeiten, über Bau-stile und Bodenschätze, über Armut oder Reichtum.

Die Wände in der Galerie der Stadtbücherei Uelzen tun dies derzeit auch, aber in anderer, ungewohnter Form: 500 Jahre Stadtgeschichte in Form von Federzeichnungen, die markante Begebenheiten oder Zeitschnitte des vergangenen halben Jahrtausends zum Inhalt haben. Georg Lipinsky ist der Schöpfer, „Im Schatten von St. Gertrud. Geschichte und Geschichten 1513–2013“ ist der Titel seiner Schau, die er als „kleine Heimatkunde“, „nicht nur für Grundschüler“, verstanden wissen möchte. Die Ausstellung ist noch bis Ende Februar zu sehen.

„Das Kleinod vor dem Gudestor hat in seinem Schatten Geschichte und Geschichten erlebt und die wollte ich mit bildnerischen Mitteln nacherzählen“, sagt Lipinsky. So entstand zunächst ein Terrakotta-Fries, der seit einigen Monaten den gotischen Ziegelbau der Gertrudenkapelle bereichert.

Der Gertrudenminne ist eine weitere Federzeichnung gewidmet.

Die Motive des Frieses hat Lipinsky nun neu umgesetzt, in Federzeichnungen im A-4-Format, 20 Stück an der Zahl. Jedem Blatt ist eine Erläuterung hinzugefügt, der der Betrachter entnehmen kann, worum es dem Künstler geht und in welchem Abschnitt der Uelzener Stadtgeschichte er sich gerade bewegt. Zum Beispiel die Zeit der Hanse: „Das erste Bild erzählt uns, dass Uelzen im Mittelalter eine Hansestadt war. Die Kaufleute der Stadt trieben Handel mit vielen anderen Städten in Norddeutschland und Nordeuropa. Haupttransportmittel waren Hansekoggen für die Seefahrt und Pferdegespanne, die die Wagen auf ausgefahrenen Handelswegen von Ort zu Ort brachten.“

In einfacher Sprache und mit konkreten Bezügen zu Personen und Ereignissen lässt Lipinsky Geschichte lebendig werden und kehrt damit auch zu den eigenen Wurzeln zurück: Der Kunstlehrer hat eine Chronik der Stadtgeschichte geschaffen, die sich an Grundschüler aus Uelzen richtet – ein Projekt in mehreren Schritten, denn nach der Anbringung der Terrakotten und der Ausstellung in der Stadtbücherei wird auch noch ein Buch dazu erscheinen.

Von Christine Kohnke-Löbert

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