Uelzens neuer Bürgermeister Jürgen Markwardt über das neue Haushaltsloch, Altes Rathaus und Marktcenter

„Einschränkungen, die wir alle spüren“

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Jürgen Markwardt wurde am 25. Mai mit 64,4 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang zum neuen Uelzener Bürgermeister gewählt. Am 1. November trat er sein neues Amt an.

Uelzen. Seit dieser Woche ist Uelzens neuer Bürgermeister Jürgen Markwardt im Amt – und zu seinen ersten Aufgaben zählt es, diverse Brandherde auszutreten.

Der Umbau des Alten Rathauses wird nochmal 600 000 Euro teurer und der Politik wurde dies (zu) lange verschwiegen, beim Bau des Marktcenters gibt es ein undurchschaubares Spiel auf Zeit, im Haushalt 2015 droht ein Millionenloch zu klaffen – brisante Themen muss Markwardt gleich in den ersten Tagen seiner Amtszeit angehen. AZ-Chefredakteur Thomas Mitzlaff sprach mit ihm.

Auszug aus dem Interview

Herr Markwardt, hätten Sie sich einen etwas weniger turbulenten Start in das neue Amt gewünscht? 

Also vorweg: Der Start in das Amt war ein schöner. Ich habe mich darauf sehr gefreut. Aber natürlich sind die Umstände der letzten Tage nicht die allerschönsten. Es ist aber auch genau die Aufgabe eines Bürgermeisters, in so einer Situation die Ruhe zu bewahren und diese Probleme abzuarbeiten.

Wenn Sie in der nächsten Woche als Bürgermeister ein Millionenprojekt einweihen würden und erst einen Monat später wird Ihnen erst dargelegt, dass da noch ein gewaltiges Finanzloch klafft, würden Sie sich von der eigenen Mannschaft vorgeführt fühlen? 

Dass jeder dieses Projekt Altes Rathaus in der aktuellen Situation sehr kritisch sieht, verstehe ich. Auch ich war schockiert darüber, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt von einer Erhöhung der Kosten um 600 000 Euro erfahren. Aber jetzt geht es darum, diese Situation zu managen und insbesondere die wichtigsten Fragen beantwortet zu bekommen. Und die sind für mich: 1) Wie konnte es zu einer Kostenerhöhung dieser Art kommen? 2) Wer wusste wann um welchen Tatbestand, also warum hat die Kommunikation nicht funktioniert? 3) – und das ist für mich die wichtigste Frage: Was müssen wir tun, damit so etwas keinesfalls noch einmal passiert? Dazu haben wir einen Bericht eingefordert, und wenn dieser nicht alle Fragen beantwortet, denken wir über eine externe Prüfung nach. Und erst wenn wir alle Antworten haben, können wir sagen, welche organisatorischen, technischen und möglicherweise auch personellen Konsequenzen wir aus diesem Vorgang ziehen müssen.

Ihr Vorgänger war sichtlich erschüttert darüber, dass er in dieser Sache im Unklaren gelassen worden war – gehen Sie in dieses Bürgermeisteramt noch mit einem großen Vertrauen in die Mitarbeiter? 

Ja, auf jeden Fall. Denn das möchte ich in aller Deutlichkeit sagen: Die ganz überwiegende Arbeit der Stadtverwaltung ist wirklich gut. Und ich habe vor viereinhalb Jahren, als ich von der Polizei hierher gewechselt bin, eine Verwaltung vorgefunden, die sehr modern ist. Trotz allem passieren Fehler. Nur in den großen Dingen sollten uns Fehler nicht passieren und deshalb müssen wir gerade in diesem Fall genau hinsehen.

„Verstehe, dass Bürger aufgebracht sind“

Wenn Sie die Schlagzeilen der vergangenen Wochen sehen, sorgen Sie sich um den Ruf der Stadt?

Ich kann von ganzem Herzen verstehen, dass wir derzeit eine Mehrzahl von aufgebrachten Bürgern haben, die nicht zufrieden sind mit der Abarbeitung des Themas Altes Rathaus. Unsere Aufgabe ist es jetzt, dieses Vertrauen zurückzugewinnen.

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