90 Minuten geht zwischen Hamburg und Hannover nichts

Einsatz an Metronom-Strecke: Polizei stoppt Züge und nimmt Dealer fest

+
Blick in die Plantage in Seevetal. Rund 1200 Cannabispflanzen und 52 Gramm Kokain mit einem Verkaufswert von rund 250 000 Euro sowie 30 000 Euro in bar wurden gestern sichergestellt.

sk Uelzen. Ein großangelegter Einsatz gegen Drogendealer hat gestern früh die Metronomstrecke zwischen Hamburg und Hannover lahmgelegt.

Mit dem Hinweis auf eine behördliche Anordnung sei die Leitstelle der Metronom Eisenbahngesellschaft von der DB Netz aufgefordert worden, den Zugverkehr einzustellen, berichte Metronom-Sprecher Harald Lukaschewsky. Zwischen 5.30 Uhr und 6. 50 Uhr hätten die Züge auf der Strecke nicht fahren dürfen.

Am Nachmittag die Aufklärung durch die Polizei Oberhausen (Nordrhein-Westfalen): Ihre seit einem Jahr dauernde, intensive Ermittlungsarbeit habe gestern zu mehreren zeitgleichen Einsätzen im Bundesgebiet geführt. Unter anderem in Seevetal (Landkreis Harburg). Ein europaweit agierender Dealerring sei zerschlagen worden, in Berlin, Hamburg und Seevetal habe es insgesamt acht Festnahmen gegeben.

In Seevetal hoben die Beamte eine Cannabis-Plantage aus, in der 1187 Cannabispflanzen standen. Die Lagerhalle befand sich so nahe an der Eisenbahnstrecke Hamburg-Hannover, dass sie zum Schutz der Einsatzkräfte und möglicherweise flüchtender Tatverdächtiger gesperrt wurde – zum Leidwesen der Pendler.

Außerdem wurden Wohnungen und Geschäftsräume in Hamburg und Berlin durchsucht. Die „gut organisierte Bande“ habe ihre Drogen europaweit verkauft, im zurückliegenden Jahr seien bereits Plantagen in Oberhausen, Schwerin und Salzwedel ausgehoben worden teilte die Polizei weiter mit.

Kommentare