Einsatz gegen weiße Massen

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Die Schneemassen verengen die Straßen und gefährden Autofahrer und Fußgänger. Daher räumen nun in vielen Orten im Kreis Uelzen Landwirte die Fahrbahnen.

Uelzen. - Von Bernd Schossadowski Blankes Eis auf den Straßen, dazu Schneemassen an den Seitenrändern, die die Fahrbahnen gefährlich verengen: Die Situation für Autofahrer und Fußgänger im Kreis Uelzen wird immer dramatischer. Neben der für Bundes- und Landesstraßen zuständigen Straßenmeisterei Holdenstedt meldeten gestern auch die Kollegen von der Kreisstraßenmeisterei Oldenstadt akuten Streusalzmangel.

„Wir haben bei uns noch ein bisschen liegen, ungefähr 100 Tonnen“, sagt Einsatzleiter Reiner Ripke. „Das reicht, um ein- bis zweimal durchzustreuen.“ Doch was danach kommt, vermag er nicht vorauszusagen. Rund 1150 Tonnen Salz hat die Straßenmeisterei des Landkreises in diesem Winter bereits verbraucht – ein Großteil davon lagerte bereits seit August auf dem Betriebsgelände. Pro Woche werden im Schnitt aber nur etwa 50 Tonnen nachgeliefert. „Damit kann man natürlich keinen Staat machen“, bedauert Ripke. Doch die Streusalz-Firmen haben wegen der enormen Nachfrage eben akute Liefer-Engpässe.

Die Situation in diesem Winter sei noch gravierender als im vergangenen, meint Ripke. „So einen Dezember habe ich bislang nicht erlebt. Ich musste noch nie vor Weihnachten Salz nachbestellen, frühestens im Januar.“

Angesichts der Schneemassen kümmern sich inzwischen in vielen Orten des Kreises Uelzen Landwirte und andere Helfer ehrenamtlich um die Beseitigung der weißen Pracht. Zum Beispiel auf der Ortsdurchfahrt von Wriedel: Die Landesstraße war wegen der Schneeberge zu schmal für den Begegnungsverkehr geworden. Deshalb begannen die örtlichen Landwirte Bernd Hoppe, Bettina Schulz und Peter Strutz am Mittwoch unter Mithilfe des Gemeinde-arbeiters Torsten Paulini, den Schnee mit Treckern und Anhängern von den Seitenbereichen zu räumen.

„Die Straße war derartig verengt, dass da keine zwei Autos nebeneinander mehr durchkamen“, berichtet Wriedels Gemeindebürgermeister Peter-Uwe Breyer. Auch vor der Grundschule waren die drei fleißigen Landwirte am Mittwoch im ehrenamtlichen Schneeräum-Einsatz. Gestern ging es für sie im Nachbarort Schatensen weiter, wo sie die Bushaltestellen von den Schneemassen befreiten.

Manuela Kapak-Wendt, Leiterin der Straßenmeisterei Holdenstedt, begrüßt die Aktion, erklärt aber: „Wir sind nur für das Räumen der Straßen verantwortlich. Die Beseitigung des Schnees müssen die jeweiligen Gemeinden dann selbst organisieren.“ Das sei jedoch kein Problem für Wriedel, meint Bürgermeister Breyer: „Unsere Hand- und Spanndienste haben schon immer gut funktioniert.“

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