Einmütig für Krumböhmer

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Statt Blumen einen Besen: Klaus-Peter Dehde (li.) gratuliert Jürgen Krumböhmer.

Bad Bevensen/Landkreis. - Von Marc Rath Bad Bevensen/Landkreis. Fast einstimmig haben die Sozialdemokraten im Landkreis Uelzen Lüneburgs Ersten Kreisrat Jürgen Krumböhmer auf ihrer Landratswahlkonferenz am Samstagnachmittag als Kandidaten der SPD für die Wahl am 11. September 2011 nominiert. Der 50-jährige Verwaltungsjuristen erhielt 71 der abgegebenen 72 Stimmen – das sind 98,6 Prozent.

„Das ist ein Zeichen der Einigkeit“, freute sich Krumböhmer nach der Wahl. SPD-Unterbezirksvorsitzender Klaus-Peter Dehde hatte die Delegierten im Bad Bevenser Kurhaus auf Geschlossenheit eingeschworen: „Wir werden mit einer guten und großen Mehrheit dafür sorgen, dass die SPD im Landkreis Uelzen sehr gut aufgestellt ist.“ Dehde ging in seiner Begrüßung gleich in die Offensive. Es werde bei der Wahl im Herbst darum gehen, „die besten Lösungen anzubieten und das werden wir auch personell tun“, spielte er auf die Kontroversen zwischen SPD und Grünen nach der gescheiterten Einigung über einen gemeinsam getragenen Landrats-Bewerber an.

Jürgen Krumböhmer versprach den Delegierten einen Kurswechsel. „Ich will mit Traditionen brechen“, betonte er und präsentierte in seiner gut 30-minütigen Vorstellungsrede seine Philosophie als Verwaltungsleiter und

-lenker, „dem die Menschen aus Fleisch und Blut wichtiger sind als Prinzipien, die nur auf dem Papier stehen“.

Sollte er nach dem 11. September der neue Landrat sein, werde er „nicht der Obersachbearbeiter sein, sondern Leiter eines Teams“, kündigte Krumböhmer „einen ganz anderen Führungsstil“ an . Erste inhaltliche Akzente setzte der SPD-Bewerber auch. Gemeinden und Kreis müssten „eine Familie werden“. Aufgaben wie die Kfz-Zulassung gehören vor Ort oder könnten wie Baugenehmigungen auch online abgewickelt werden.

Er sprach sich für eine enge Zusammenarbeit in der Region aus, wofür er mit seinen Kontakten in den Nachbarkreisen beste Voraussetzungen mitbringe. Dies sei „die beste Medizin gegen Zwangsfusionen“. Für eine Regionalagentur für Fördermittel, eine bessere frühkindliche Bildung, bessere Vekehrsanbindungen mit der A 39 und einem neuen Schiffshebewerk am Elbeseitenkanal als Jobmotoren plädierte er in der halben Stunde ebenso wie es sein klares Nein zur Massentierhaltung und zu Gorleben als atomares Endlager gab.

Trotz der Kandidatur des ehemaligen Landesvorsitzenden der Grünen, Raimund Nowak, setzt Krumböhmer bei der Wahl am 11. September auf eine „Mehrheit links von der CDU“ als Formel. „Wir müssen auf die Grünen zugehen. Daran werde ich arbeiten“, kündigte er seinen Parteifreunden an und versprach: „Wenn Ihr mich stark macht, mache ich Euch auch stark.“

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