KGS-Zügigkeit: Grünen-Kreistagsfraktion warnt Politik vor Reglementierung

Einmischung „verbietet sich“

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Kultusminister und Oberschulen-Verfechter Bernd Althusmann war erst kürzlich in der Kooperativen Gesamtschule in Bad Bevensen und lobte die dortige Arbeit.

Uelzen/Landkreis. Eine Reglementierung der Zügigkeit an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Bad Bevensen, wie sie die Gruppe CDU/FDP/RRP im Kreistag beantragt hat? Nicht mit den Grünen.

„Über die Attraktivität einer Schule entscheidet die dort vor Ort geleistete Arbeit“, stellt die bildungspolitische Sprecherin Renate Berndt die Position der Grünen im Uelzener Kreistag klar. Ein Eingreifen der Politik in diesen Bereich „verbietet sich völlig“, betont sie.

Wie berichtet, hatte der Kreisschulausschuss den Antrag von CDU, FDP und RRP auf Reduzierung der Zügigkeit an der KGS von neun auf acht (was bedeutet, das acht Klassen pro Jahrgang angeboten werden) zwar diskutiert, eine Entscheidung aber vertagt. Nachdem bereits die SPD-Kreistagsfraktion den Antrag als „überflüssig und falsch“ kritisiert hatte, beziehen jetzt auch die Grünen unmissverständlich Stellung: „Die bisher ausgetauschten Argumente – hypothetische Behauptung einer Einsparung bei den Schülertransportkosten, freier Zugang zu Angebotsschulen, Respektierung des Elternwillens, guter Ruf der KGS, Erfahrung der KGS mit Inklusion und Weiterentwicklung des Konzepts“, so Berndt, „gepaart mit den Zweifeln der Verwaltung, ob eine 8-Zügigkeit der KGS überhaupt rechtens wäre, haben CDU, FDP und Rentnerpartei schon vor der Diskussion ihres Antrags im Schulausschuss am 1. März zurückrudern lassen.“ Ausschussvorsitzender Martin Oesterley (CDU) hatte damals, wie berichtet, zum Schluss der Sitzung festgestellt, dass eine 9-Zügigkeit „ja auch reichen“ würde.

Nach Auffasung der Grünen im Kreistag ist allerdings auch diese Begrenzung „vollkommen überflüssig“, da sich eine Reduzierung aufgrund des demografischen Wandels ohnehin ergeben werde.

Berndt: „Dieser Antrag der Gruppe CDU/FDP/Rentner ist lediglich dazu gedacht, den großen Zuspruch, den die KGS aufgrund ihrer offensichtlich in vielen Teilen der Elternschaft anerkannten Arbeit genießt, einzuschränken.“ Wohl mit dem Ziel, so die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, auf diese Weise die frisch eingerichteten Oberschulstandorte in Suderburg, Rosche, Bad Bodenteich und Ebstorf erhalten zu können.

„Die KGS ist eine Angebotsschule, bedauerlicher Weise die einzige dieser Art im Landkreis Uelzen. Der Zugang zu dieser Schule muss, solange es die Kapazitäten erlauben, für alle Interessierten gewährleistet werden“, betonen die Grünen. „Eltern entscheiden sich ganz sicher nicht aus Verantwortungslosigkeit dafür, ihren Kinder weitere Schulwege zuzumuten, sondern weil sie das beste Angebot für ihr Kind wollen.“

Gehe es also darum, die Oberschulstandorte im Kreis zu erhalten, könne die Konsequenz nur sein, diese Schulform auch im Bewusstsein der Eltern attraktiv werden zu lassen. Berndt: „Dafür stehen fünf Jahre Zeit zur Verfügung. So lange währt nämlich der Bestandschutz für die jetzige Zügigkeit in den verschiedenen Jahrgängen der KGS. Dann wird auch hier der demografische Wandel gegriffen haben und die Schülerzahlen werden zurückgehen.“

Von Ines Bräutigam

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