Einfluss der Verbände sinkt

Die BUND-Kreisgruppe hatte bei einigen Vorhaben im vergangenen Jahr Erfolg. Bei der Verbesserung der natürlichen Verhältnisse in der Hardau unterhalb des Sees konnte sie sich aber nicht durchsetzen. Kritik übt der BUND auch am neuen Naturschutzgesetz, das den Einfluss der Verbände beschneidet.Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. Der Einfluss von Naturschutzorganisationen auf Verfahren zur Planung größerer Vorhaben, etwa im baulichen Bereich, wird kleiner. Darüber waren sich die Mitglieder der Kreisgruppe Uelzen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf ihrer Jahreshauptversammlung, die jetzt in Tätendorf-Eppensen stattfand, einig. Von Christine Kohnke

Mit der Novellierung des niedersächsischen Naturschutzgesetzes von 2009 wurden die Beteiligungsrechte der anerkannten Naturschutzverbände stark beschnitten. Beteiligt werden sie im Wesentlichen nur noch, wenn für die Maßnahme eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben ist – und das ist nur selten der Fall.

„Das hat bereits jetzt gravierende Auswirkungen“, erklärte Vorstandsmitglied Herwig Maaß. Bislang waren die Verbände an Verfahren, etwa bei Eingriffen in Natur und Landschaft bei Genehmigungen von Mobilfunkmasten oder Bebauungen von über 1000 Quadratmetern im Außenbereich, beteiligt und auch vom Landkreis zu Stellungnahmen herangezogen worden. Das wird nun anders.

Dabei sind die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Arbeit in politischen Gremien, die an zukunftsweisenden Entscheidungen beteiligt sind, neben der praktischen Naturschutzarbeit zwei Hauptanliegen des BUND. Mit diesen Zielen werden es seine Protagonisten künftig schwerer haben.

Ansonsten zogen die Mitglieder der Kreisgruppe eine gemischte Jahresbilanz. Einige Vorhaben konnten umgesetzt werden, andere, wie der Einbau eines „Mönches“ am Hardausee, scheiterten. Diesen hatte das BUND-Team zur Verbesserung der natürlichen Verhältnisse in der Hardau unterhalb des Sees vorgeschlagen. Über den jetzigen Abfluss gelangt im Sommer stark erwärmtes Oberflächenwasser in die Hardau, während der vom BUND favorisierte „Mönch“ kaltes Tiefenwasser weitergeleitet hätte. Der Suderburger Bauausschuss hatte aber nach Einwänden des Angelsportvereins gegen diese Lösung gestimmt.

Sehr gut lief die Zusammenarbeit mit der Uelzener Initiative „Integration durch Arbeit“ (IDA), deren Mitarbeiter insbesondere beim fachgerechten Heckenschnitt eingesetzt wurden. Dank der Zusage der Samtgemeinde Wrestedt, das Fahrzeug für die IDA-Arbeiter auch in diesem Jahr zu finanzieren, kann die Arbeit unter der Leitung von Ernst Gerlach und Klaus Banse fortgesetzt werden.

Außerdem wurden Kleingewässer untersucht, wobei besondere Libellenarten und Pflanzen, etwa der in unserer Gegend äußerst seltene Sonnentau, gefunden wurden. Siegfried Tippel aus Bad Bevensen gab einen Überblick über den Bau einer Eisvogelwand bei der Medinger Mühle. Diese wurde ebenfalls in Zusammenarbeit mit der IDA errichtet und bietet nun drei Bruthöhlen für diese Vogelart.

In den Vorstand der BUND-Kreisgruppe gewählt wurden Herwig Maaß, Bettina Schulz, Thomas Gieger, Helga Göttsche, Jan Willcox, Maike Sprengel-Krause, Wieland Utermark und Wilfried Meyer. Sie werden aus ihrer Mitte demnächst drei Sprecher bestimmen.

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