Heute Finale vom Weihnachtsmarkt: Viel Lob, aber auch kritische Töne über Aufbau-Konzept

„Einfach zu weit auseinander“

+
Kurt Kleuser ist erstmals mit seinem Riesenrad in Uelzen – und fühlt sich abgehängt am Uelzener Hof.

Uelzen. Zum ersten Mal war Kurt Kleuser mit seinem Riesenrad auf dem Uelzener Weihnachtsmarkt vertreten. Aber von Weihnachtsmarkt ist in Höhe der Hoefftstraße kaum noch etwas zu spüren, stellte er bereits nach der ersten Woche enttäuscht fest.

Auch im Laufe der weiteren Adventszeit lief das Geschäft schleppend. „Der Regen – da können wir nichts dran machen“, sagt er. Schausteller hätten immer mit dem Wetter zu kämpfen. Aber eine Zeile mit Weihnachtsmarktbuden, durchgezogen bis zu seinem Fahrgeschäft an der Lüneburger Straße, hätte ihm mehr Gäste eingebracht, vermutet er. So fühlt er sich mit seinem Angebot außen vor: „Von hier bis zur Eisbahn ist es einfach zu weit auseinander. “.

Ob sein Geschäft besser laufen würde, wenn er auf dem Herzogenplatz stünde? „Das wäre zentraler“, überlegt er.

Auch auf dem Herzogenplatz stößt die Planung in diesem Jahr auf Kritik. Patty Mantau hat ihren Süßwaren-Stand in einem ansonsten leeren Zelt an der Eisbahn. Wer dort vorbeikommt, erwarte Bratwürste oder Glühwein. Diese Gäste müsse sie dann auf die Seite gegenüber schicken, kritisiert sie.

Die Eisbahn liegt zwischen zwei Zelt-Zeilen. „Das Catering-Konzept der Eisbahn muss man sich grundsätzlich auf jeden Fall noch einmal überlegen“, gesteht Stadtwerkesprecher Mirco Pinske ein – für den Fall, dass im kommenden Jahr die Eisbahn erneut aufgebaut wird, aber das stehe erst im Frühjahr 2012 fest.

Das Barth-Catering auf der Rathaus-Seite der Eisbahn sei gelungen, für die andere Seite seien wegen eines Überangebots auf dem Weihnachtsmarkt keine Budenbetreiber gefunden worden. „Es ist uns nicht gelungen, die anderen Plätze zu besetzen“, sagt Pinske. Fürs kommende Jahr müsse geprüft werden, ob die Verteilung der Buden optisch beibehalten werden soll, die Anzahl zurückgehe oder ein ergänzendes Angebot zum Beispiel mit Crepes oder Kunsthandwerk aufgebaut werde. Erschwerend komme ein 90 Zentimeter großes Gefälle auf dem Platz hinzu, das ausgeglichen werden müsse. Fast 3500 Schüler hätten in diesen Wochen vormittags die Eisbahn kostenlos genutzt, bilanziert Pinske im übrigen zufrieden.

Unterdessen äußert Riesenrad-Betreiber Kurt Kleuser nur vorsichtig Kritik, denn er kann sich durchaus vorstellen wiederzukommen – allerdings unter anderen Voraussetzungen. „Es ist sehr schön geschmückt worden, ohne Ende“, sagt er, „aber ich hätte mir mehr Besucher gewünscht.“

Viele Menschen seien vorbeigekommen, um den Streichelzoo zu besuchen, der in den vorigen Jahren auf dem Parkplatz am Uelzener Hof aufgebaut war. Und er habe beobachtet, dass die meisten Passanten von der Veerßer Straße an vielen anderen Buden vorbei zu seinem Riesenrad und den beiden Ständen kommen, die er extra als zusätzlichen Anziehungspunkt auf dem Platz aufgebaut hat. „Wir mussten beweisen, dass wir auch gute Ware haben“, sagt er, „und wir haben es doch bewiesen.“ Der Schausteller hat Vergleichsmöglichkeiten: Auch auf Weihnachtsmärkten in anderen Städten, über Deutschland hinaus, sind Kleusers Fahrgeschäfte aufgebaut. Seine Frau zum Beispiel arbeitet derzeit auf dem Weihnachtsmarkt im englischen Birmingham.

Von Diane Baatani

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare