Einfach mal abheben

Mehrere Kunst-Flüge waren am Himmel zu sehen.

Uelzen/Barnsen. In diesem Jahr hatte der Vorsitzende Jan-Olaf Albrecht nachgeschaut und konnte die Frage perfekt beantworten: Den Flugtag in Barnsen veranstaltet der Flugsportverein „Cumulus“ seit 1973. Damals kamen 15 000 neugierige Besucher. So viele waren es danach nie wieder, aber auch gestern sollte die 5000-Besucher-Marke gerissen worden sein, denn die Gäste strömten von Beginn an zum Flugplatz. Mit Kind und Kegel und Hund. Mit einem Gepäck, das anzeigte, man wollte es sich gemütlich machen am Rande des Rollfeldes. Aeroplane-Watching sozusagen, Flugzeug-Gucken.

„Cumulus“ hat inzwischen 170 Mitglieder. Alle und noch ein paar Helfer mehr, denen es unter den Fliegern gefällt, sorgten dafür, dass es wieder ein ereignisreicher Tag wurde. Die Formation überflog den Platz pünktlich zehn Uhr. Die Hubschrauber standen für Rundflüge bereit. Die Segelflieger zogen lautlos ihre Kreise durch einen azurblauen, wolkenlosen Himmel. Das Wetter sei ideal, sagte Albrecht.

Ein Exemplar der 15 000 gebauten „Antonow“, des größten einmotorigen Doppeldeckers der Welt aus dem sowjetischen Konstruktionsbüro in Nowosibirsk der Jahre 1946 bis 1960, dessen Leiter Oleg Konstantinowitsch Antonow war, erwartete seine wissbegierigen Gäste, ehe die Maschine unter Aufmerksamkeit heischendem Lärm abhob.

Grenzenlos soll die Freiheit dort oben sein, singt Reinhard Mey. Dabei ist genau dieser imaginäre Zustand wahrscheinlich nirgendwo so reglementiert und bewacht wie unter Flugsportlern. Jan-Olaf Albrecht wies ausdrücklich darauf hin, dass die Auflagen immer umfangreicher werden, ein Briefing aller Piloten vorm Start unerlässlich ist. „Wir haben exakte Sicherheitsvorgaben“, sagt er. „Aber das ist ja richtig so, wir wollen schließlich, dass das Publikum einen Familienspaß erlebt. Ohne Unfall und Beigeschmack.“ Auch der zwölfjährige Domenik hatte gestern mit seinen Großeltern auf einer Radtour in Barnsen Station gemacht. Mitfliegen sollte der Junge aber an diesem Tag eher nicht, meinte sein Großvater, denn heute steht er bei den Deutschen Meisterschaften im Kegeln auf der Bahn und will mit seiner Mannschaft den Titel gewinnen. Bei „Cumulus“ könnte er sich aber dennoch anmelden; dort gibt es immer auch Flugschüler. „Eine Situation, für die wir einiges tun“, erklärte Albrecht, der das als Zeichen einer Öffnung des Vereins auch für unerlässlich hält.

Von Barbara Kaiser

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