Weitere Ermittlungen zu Messerattacke

Tod eines 27-Jährigen an Uelzens ZOB: Polizei prüft Mord-Merkmale

Nach der Tat sind am Uelzener ZOB Kerzen und Blumen niedergelegt worden, die an das Schicksal des 27-Jährigen erinnern sollen. Foto: REUTER
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Nach der Tat sind am Uelzener ZOB Kerzen und Blumen niedergelegt worden, die an das Schicksal des 27-Jährigen erinnern sollen. Foto: REUTER

Uelzen – Nachdem der 27-Jährige, auf den Mitte Oktober am Uelzener ZOB mehrfach eingestochen worden war, seinen Verletzungen erlegen ist, bewertet die Staatsanwaltschaft in Lüneburg die Tat als Totschlag – und prüft, wie ein Sprecher auf AZ-Anfrage mitteilte, ob nicht sogar die Merkmale eines Mordes vorliegen.

Als Verdächtiger, der die Tat begangen haben soll, sitzt zurzeit ein 37-Jähriger in Untersuchungshaft. Kommt es zu einer Verurteilung des Mannes, so muss er bei einem Tatvorwurf des Totschlags mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren rechnen.

In besonders schweren Fällen kann auch eine lebenslange Freiheitsstrafe ausgesprochen werden – so sieht es der entsprechende Paragraf 12 im Strafgesetzbuch (StGB) vor. Bei Mord – Paragraf 211 StGB – wird in jedem Fall eine lebenslange Strafe verhängt.

Unklar ist zurzeit, wann mit einem Gerichtsverfahren zu rechnen ist. Die Ermittlungen zur Tat laufen nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch. Derzeit stellt es sich so dar, dass ein Streit um ein mutmaßlich gestohlenes Fahrrad eskalierte.

Im Verlauf des Streits wurde der 27-Jährige durch mehrere Messerstiche schwerst verletzt, so die Angaben der Polizei. Zum Einsatz gekommen sei ein sogenanntes Butterfly-Messer.

Das 27-jährige Opfer brach am Tatort zusammen und wurde nach einer Reanimation noch vor Ort durch Rettungskräfte in das Herz-Gefäß-Zentrum Bad Bevensen gebracht, um dort notoperiert zu werden. Wenige Tage später informierte die Polizei, dass der junge Mann verstorben sei.

Der 37-jährige Verdächtige war wenig später nach der Tat von der Polizei verhaftet worden. Das Uelzener Amtsgericht erließ einen Haftbefehl, weil eine Fluchtgefahr nicht ausgeschlossen werden konnte.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestehe zurzeit auch keine Veranlassung, eine Aufhebung des Haftbefehls zu beantragen.

VON NORMAN REUTER

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