Blaupause für den Ernstfall?

Was bei einem massiven Ausbruch des Corona-Virus im Kreis Uelzen passieren würde

Welche Maßnahmen nach einem etwaigen massiven Coronavirus-Ausbruch ergriffen würden, hängt von dem Ausbreitungsgeschehen und den örtlichen Gegebenheiten ab. Bei einer Schulschließung könnten Online-Tools genutzt werden.
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Welche Maßnahmen nach einem etwaigen massiven Coronavirus-Ausbruch ergriffen würden, hängt von dem Ausbreitungsgeschehen und den örtlichen Gegebenheiten ab. Bei einer Schulschließung könnten Online-Tools genutzt werden.

Uelzen/Göttingen – Die Zahl der Infizierten ist in den vergangenen Tagen stetig gestiegen: In Göttingen ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen, bei dem nun akut 120 Viruserkrankte bekannt sind.

Der Trainings- und Wettbewerbsbetrieb von Sportvereinen muss für zwei Wochen ruhen. Alle Schulen wurden vorübergehend geschlossen. Womöglich eine Blaupause für den Landkreis Uelzen, sollte es hier zu einem solchen Ausbruch in diesen Ausmaßen einmal kommen?.

Die Kreisverwaltung Uelzen erklärt: Im Fall der Fälle würde das Göttinger Konzept nicht eins zu eins übernommen. Es komme zu individuellen Entscheidungen. Welche Maßnahmen ergriffen würden, sei abhängig vom „jeweiligen Ausbruchsgeschehen und den örtlichen Gegebenheiten“.

Individuelle Entscheidungen

Grundsätzlich gilt: Um eine rasche Ausbreitung zu verhindern, müssen „schnellstmöglich die Infektionsketten nachvollzogen werden“, erklärt der Landkreis. Gearbeitet wird nach der sogenannten „Containment-Strategie“. Heißt: Mitarbeiter des Gesundheitsamtes betrachten die Kontakte, die die Infizierte hatten. Mögliche Betroffene werden ermittelt – und unter Quarantäne gestellt. Gegebenenfalls, so der Landkreis, würden auch Einrichtungen geschlossen.

Die notwendigen Verfügungen würde das Gesundheitsamt erlassen und durchsetzen. Solch gravierende Maßnahmen wie in Göttingen würden vorab im Krisenstab des Landkreises erörtert, in dem das Gesundheitsamt auch vertreten ist. Den Gesamtprozess steuere Landrat Heiko Blume.

Schulen nutzen verstärkt Internet

Nach der Zwangspause im Frühjahr ist nun durch den Massenausbruch der direkte Unterricht an Göttinger Schulen erneut ausgefallen, am Montag soll er wieder unter Einschränkungen starten. Für die Schüler dort war das der Shutdown nach dem Shutdown. Wären hiesige Schulen auf so einen Fall eingerichtet?

Karin Malangré, ständige Vertreterin des Lessing-Gymnasiums in Uelzen, erklärt im AZ-Gespräch, dass durch die Pandemie und ihre Folgen die Arbeit mit digitalen Medien einen massiven Schub am Gymnasium erfahren habe. „Da hat sich viel getan in den vergangenen Wochen.“

So gebe es nun für die Schüler die sogenannten digitalen Klassenräume im Internet. Über diese könnten Lehrer Aufgaben an die Schüler stellen und auch Kommentare zu den Ergebnissen hinterlassen, so Malangré. Zudem seien Videos abzurufen. Solche digitalen Instrumente könnten auch im Fall eines erneuten Unterrichtausfalls zur Anwendung kommen.

Die Akzeptanz für die digitalen Instrumente ist unter Schülern und Lehrern vorhanden, berichtet die Pädagogin. Mehr als 1000 Schüler zählt das Lessing-Gymnasium, die Aktivitäten bei den digitalen Instrumenten bewegen sich in der gleichen Größenordnung. Klar sei aber auch: „Ein Präsenzunterricht ist durch nichts zu ersetzen“, so Malangré.

VON NORMAN REUTER

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