Denkmalschutz-Stiftung fördert Sanierung von Fachwerkbau an der Gartenstraße

Eine Zukunft für das Uelzener Weinhändler-Haus

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Das Fachwerkhaus kann weiter saniert werden: Architekt Christian Moritz (von links), Daniela Lorenz und Johannes Barner von der Stiftung Sanatorium Barner, Uta Schnabel (Toto-Lotto Niedersachsen) und Paul Georg Lankisch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kamen gestern zusammen am Gebäude zusammen. 

Uelzen – Der Bau erzählt Uelzener Geschichte: An der Gartenstraße 7 ist ein zweigeschossiges Fachwerkhaus zu entdecken.

Der Kaufmann Grotkass ließ es in den 1880er-Jahren errichten – die Fassade, in strenger Symmetrie gestaltet, ist original erhalten wie vieles im und am Haus: Fenster, Türen, sogar die Türklinken. Mithilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) kann das Haus im Sommer weiter saniert werden und bleibt damit dem Stadtbild erhalten.

Das Haus zählt mit der jetzt ermöglichten Förderung von 60.000 Euro zu einem von gut 400 Projekten, die bereits in Niedersachsen von der DSD unterstützt wurden. Möglich machen das wie in diesem Fall auch Mittel der Gücksspirale.

Das Haus an der Gartenstraße gehört selbst einer Stiftung. In Braunlage im Harz befindet sich das Krankenhaus und Sanatorium Dr. Barner, untergebracht in einem ebenfalls erhaltenswerten historischen Bau. Die Aufgabe des Erhalts liegt bei der Stiftung Sanatorium Dr. Barner, deren Vorsitzender Johannes Barner familiäre Bezüge nach Uelzen und zum Haus an der Gartenstraße hat. Vorfahren mütterlicherseits gehören zur Familie Nahnsen, die das Haus an der Gartenstraße nur vier Jahre nach dessen Bau erwarb.

„Die Familie Nahnsen zählte zu den drei großen Weinhändlern in Uelzen“, berichtet Johannes Barner. Die Wohn- und Geschäftsräume lagen an der Lüneburger Straße, das Haus an der Gartenstraße sei eine Art „Landsitz“ gewesen. Die Familie sei an den Wochenenden mit Kind und Kegel zur Gartenstraße marschiert.

Für Weinhändler seien Pferde bedeutsam gewesen, erklärt Barner. Mit Pferdewagen wurden die Fässer auf die Dörfer gebracht – an der Gartenstraße wurde so von der Familie auch ein Pferdestall angelegt, später wurde daraus eine Autogarage.

Das Besondere an den Bauten an der Straße: Als sie errichtet wurden, lag hinter jedem ein großer Garten, daher auch der Straßenname. Hinter dem Haus Nummer 7 gibt es noch den Garten. Daniela Lorenz, Kuratorin der Stiftung Sanatorium Dr. Barner, spricht deshalb und wegen der vielen originalen Gebäudeteile von einem Ensemble, das heute so gut erhalten kaum ein zweites Mal an der Straße zu finden sei.

Die Stiftung als Eigentümerin hat in den vergangenen Jahren bereits Gelder in den Erhalt des Gebäudes gesteckt. So wurden Wasserschäden beseitigt, der Flur wieder originalgetreu gestaltet. Architekt Christian Moritz berichtet davon, dass ein Teil des hölzernen Treppengeländers für den Aufgang auf dem Dachboden entdeckt und wieder eingebaut worden sei. Bei der Gestaltung der Wände habe er sich an Farbresten orientiert, die unter Tapetenschichten gefunden worden seien.

Inzwischen ist das Haus auch wieder bewohnt, obwohl noch Arbeiten anstehen. Eine Familie lebt im ersten Obergeschoss, einige der Räume im Erdgeschoss werden als Praxisräume genutzt. Eine anstehende Baustelle sind noch die Fenster aus dem 19. Jahrhundert. Wie Johannes Barner sagt, bedeutet die Sanierung des Hauses eine große Kraftanstrengung für die Stiftung als Eigentümerin, sie könne nicht alles alleine stemmen. So sei man dankbar für die Unterstützung durch die DSD.

VON NORMAN REUTER

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