Gäste und Veranstalterin äußern sich zufrieden

Eine Woche Autokino in Uelzen: „Ein Hoch auf Frau Böhm“

Tag 1 des Uelzener Autokinos: Rund 300 Gäste lachen bei „Das perfekte Geheimnis“. „Der erste Tag war natürlich für alle am aufregendsten“, erinnert sich Renate Böhm vom Central-Theater.
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Tag 1 des Uelzener Autokinos: Rund 300 Gäste lachen bei „Das perfekte Geheimnis“. „Der erste Tag war natürlich für alle am aufregendsten“, erinnert sich Renate Böhm vom Central-Theater.

Uelzen – Langsam rollen die Autos auf das Gelände, ein Knacken tönt aus dem Funkgerät der Parkanweiser. „Der, den du da hast, muss ganz nach außen“, lautet die Anweisung.

Die Angestellten des Uelzener Autokinos haben alle Hände voll zu tun, um jedem Gast auf dem Albrecht-Thaer-Gelände eine gute Sicht auf die über 100 Quadratmeter große Leinwand zu ermöglichen.

Dies sei die größte LED-Wand Norddeutschlands, verkündet Renate Böhm als Organisatorin des Autokinos stolz. 24 große Wasserkanister, jede mit einem Volumen von einer Tonne, dienen als Gegengewicht, um die Wand zu stabilisieren. Versteckt hinter dem Koloss aus Wand, Gerüst und Tanks spielt sich in einem unscheinbaren Zelt die Technik ab. Es handle sich um eine ganz andere Technik als im normalen Kino, erzählt Filmvorführer Nikita Istomin. Doch obwohl er Respekt davor habe, falle die Umstellung nicht allzu schwer. „Innerhalb von zehn Minuten ist alles eingestellt“, ist der Vorführer zufrieden.

Zufrieden ist auch Renate Böhm. Rund 3000 Gäste haben die besondere Form des Kinos bereits in der ersten Woche besucht. „Ich denke, dass eine Neugier da ist, das Autokino zu erleben“, begründet Böhm den Erfolg. Schließlich sei es „etwas nie Dagewesenes für Uelzen“.

Bald geht es los: Vorführer Nikita Istomin nimmt die letzten technischen Abstimmungen vor.

Der Erfolg kam aber nicht über Nacht. „Der erste Tag war natürlich für alle am aufregendsten. Das war für alle das erste Mal“, blickt Böhm zurück. Teilweise habe sich daher auch der Verkehr am ersten Tag gestaut, da besonders die größeren Autos noch hin und wieder umgeparkt werden mussten, um den kleineren nicht die Sicht zu versperren. Diese Probleme gehören aber inzwischen der Vergangenheit an: „Alle haben aus diesen Fehlern gelernt“, sagt Böhm erleichtert. „Es wird immer routinierter.“

Auch Bedenken des Ordnungsamtes konnten Renate Böhm und ihr Team ausräumen. So habe es im Vorfeld Sorgen gegeben, ob der Ton nicht zu laut sei, insbesondere bei Spätvorstellungen. Da der Ton aber über die Autoradios läuft, war auch dies kein Problem.

„Wir sind sehr zufrieden“, lautet dann auch Böhms Fazit nach einer Woche Autokino. Einzig am Donnerstag – Himmelfahrt – haben weniger Gäste als gewöhnlich den Weg zum Albrecht-Thaer-Gelände gefunden. Doch dafur hat Renate Böhm Verständnis: „Das Wetter war ja traumhaft.“

Und die Mühen lohnen sich, denn die Gäste sind begeistert. „Ich finde das klasse, dass Uelzen da mitmacht“, sagt etwa der Uelzener Torsten Pfeiffer mit Blick auf die auch an anderen Orten organisierten Autokinos. Pfeiffer ahnt, dass es ohne Renate Böhm nicht möglich gewesen wäre: „Ein Hoch auf Frau Böhm!“

Ähnlich begeistert sind auch Luis Buslay und Ines Gierlasinski. Als „coole Idee“ bezeichnet Gierlasinski das Autokino. Und Buslay ergänzt lachend: „Zu Corona-Zeiten natürlich noch mal cooler.“

Nicole Angrick kam mit ihrer besten Freundin extra aus Lüneburg, um das Autokino zu besuchen – bereits zum zweiten Mal. Es sei eine ganz andere Atmosphäre als im normalen Kino. Ein Aspekt gefällt ihr dabei besonders: „Dass man auch mal den Film kommentieren kann, ohne dass es jemanden stört“, sagt Angrick lachend.

VON DANIEL BIELING

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