Landrat Elster kritisiert Idee einer Zerschlagung des Kreises Uelzen scharf

„Eine Teilung wäre absurd“

+

Uelzen/Landkreis. Mit scharfer Kritik reagieren Uelzens Landrat Theodor Elster, CDU-Kreisfraktionschef Claus-Dieter Reese und der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer auf die derzeit kursierende Idee einer Gebietsreform in Nordost-Niedersachsen.

„Eine Teilung des Kreises Uelzen wäre wirklich absurd“, lehnt Elster ohne Umschweife die von dem Gutachter Joachim Jens Hesse vorgeschlagene Zerschlagung des Landkreises ab. Wie berichtet, würde dabei der Norden Uelzens zusammen mit Lüchow-Dannenberg an Lüneburg angegliedert, der Süden fiele an den Kreis Celle.

Eine solche Lösung „entspricht nicht dem Wohl der Einwohner des Landkreises und der Stadt Uelzen“, warnt der Landrat. Zugleich kritisiert er den Kreis Lüneburg, der das vertiefende Hesse-Gutachten in Auftrag gegeben hat. „Ein Gebiet wie den Landkreis Uelzen, der eine geografische Einheit bildet und seit 126 Jahren existiert, einfach zu zerlegen, nur weil es den Nachbarn passt, ist nicht angezeigt“, meint Elster.

Er hält eine Gebietsreform grundsätzlich nicht für ausgeschlossen, allerdings nur in Form einer Fusion. „Wir sind in dieser Frage zu Gesprächen mit Lüchow-Dannenberg bereit, nicht aber mit Lüneburg“, richtet Elster einen Seitenhieb gegen den nördlichen Nachbarn. „Vom Landkreis Lüneburg haben wir in den letzten zehn Jahren nahezu null Unterstützung bekommen“, sagt er. Lüneburg sei eindeutig in Richtung Hamburg orientiert und habe die Chance nicht wahrgenommen, gemeinsame Interessen mit Uelzen zu vertreten.

Auch CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzender Reese ist strikt gegen eine Zerschlagung des Kreises Uelzen. „Dazu besteht überhaupt kein Anlass“, betont er. Schließlich habe der Landkreis seine Schularbeiten gemacht und vor wenigen Wochen den 60 Millionen Euro schweren Entschuldungsvertrag mit dem Land unterschrieben. „Wir waren zu schmerzhaften Veränderungen bereit“, erklärt er mit Blick auf die harten Einschnitte im Kreishaushalt.

Nach Ansicht von Reese hat der Kreis Uelzen gute Zukunftschancen. Die Debatte über eine Zerschlagung sei hingegen „wirtschaftspolitisch tödlich für diese Region“. Ein Verlust des Kreissitzes werde in Uelzen und Umgebung zum Verlust von mehr als tausend Arbeitsplätzen führen, befürchtet Reese.

Eine Lanze für den Erhalt des Kreises Uelzen bricht auch Jörg Hillmer. „Solange ich diesen Landkreis in Hannover vertreten darf und solange die CDU in Hannover regiert, wird aus den Lüneburger Angliederungsabsichten nichts werden“, bekräftigt der Landtagsabgeordnete. Sein Ziel ist ein starker Kreis Uelzen. Dessen Eigenständigkeit habe das Land mit der Entschuldungshilfe „enorm gestärkt“.

Hillmer hält das Vorgehen der Lüneburger für fragwürdig: „Der Landkreis Uelzen hat kein Geld für ein Gutachten übrig, das die Zerschlagung des Landkreises Lüneburg plant. Wir würden als gute Nachbarn darüber hinaus auch den Respekt aufbringen, davon abzusehen.“

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare