Kulturausschuss der Stadt diskutiert Antrag auf eine Frauenstatue

Frauen-Bronzestatue an der Kreuzung am Alten Rathaus – eine Skulptur für die Uelzener Innenstadt

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Steht bald dort, wo jetzt noch das Schild „Fußgängerzone“ zu finden ist, eine Frauenstatue? Vielleicht eine von Marie Schultz, die einst die Ratsweinhandlung leitete? Das alte Gebäude ist direkt zu sehen. 

Uelzen – „Die Idee ist gut, doch aufgrund der prominenten Lage und noch unbekannten Kosten kann ich das heute nicht entscheiden“, sagt Silja Eichmann-Bartels (CDU) im Kulturausschuss der Hansestadt Uelzen.

Gemeint ist der Antrag der SPD-Ratsfraktion, eine Frauen-Bronzestatue an der Kreuzung am Alten Rathaus aufzustellen. Anstelle des gescheiterten Verkehrsturms (AZ berichtete) solle dort die Skulptur einer handelnden Frau positioniert werden, heißt es in dem Papier. Im Jahr des Frauenwahlrecht-Jubiläums wäre das eine besondere Hervorhebung und würde darüber hinaus auf den lange währenden Handel in der Stadt hinweisen. Haushaltsmittel sollen gemäß Antrag im Jahr 2020 eingestellt und zusätzlich Sponsorengelder eingeworben werden.

Die Skulptur soll außerdem die Bewerbung der Stadt zum „Frauenort“ unterstützen. Der Landesfrauenrat Niedersachsen hat bereits diverse Städte aufgrund besonderer Frauen, die in der jeweiligen Geschichte auftraten, zu einem solchen Ort ernannt.

Der erste Stadtrat, Dr. Florian Ebeling, erklärt das weitere Vorgehen aus Sicht der Verwaltung: „Wenn wir das machen, dann würden wir einen Wettbewerb ausschreiben. Doch vorher muss eine Grundsatzentscheidung getroffen werden.“ Ein großes Problem seien die ungewissen Kosten einer solchen Figur, denn Kunst lasse sich nicht wie ein Bauwerk schätzen. Weitere Einwände kommen von Jörg Hacke (CDU) und Joachim Delekat (UWG). So will der CDU-Mann mehr über das Warum erfahren, das ihm nicht ausreichend aus dem kurzen Antrag hervorgeht. Joachim Delekat regt eine Diskussion über den Standort an: „Muss es denn dort sein? Mich stört, dass überhaupt nicht über Alternativen geredet wird.“

Kristina Nenke (SPD) verweist für die Auswahl einer passenden Namensgeberin auf das Uelzener Frauenbuch. Gertrud Noch, die der Stadt viel hinterlassen hat und sozial engagiert war, hält sie für eine gute Wahl. Zur Finanzierung schlägt sie vor, auch die 40 000 Euro zu nutzen, die ursprünglich für die Hansesplitter vorgesehen waren (AZ berichtete).

Ute Lange-Brachmann schlägt Marie Schultz vor, die von ihrem verstorbenen Mann die Ratsweinhandlung übernahm: „Es wäre ein Denkmal in lokaler Nähe des Gebäudes, das immer noch dort steht.“

Die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Kötke (SPD) stellt zum Ende der Sitzung fest: „Auf jeden Fall sollen die Bürger daran beteiligt werden, wir wollen das nicht im Rat allein beschließen.“

Vorerst wird der Antrag zur Diskussion in die Fraktionen gegeben.

Kristina Nenke verrät hinterher noch im Gespräch, dass ihr favorisierter Platz genau dort ist, wo jetzt das Schild „Fußgängerzone“ steht.

VON ANDREAS URHAHN

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