Nach tödlichem Unfall: Geänderte Grünphasen sollen Kreuzung für Radfahrer sicherer machen

Eine Sekunde soll Leben retten

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Die Kreuzung Celler Straße/Soltauer Straße gilt – spätestens seit dort im Juni eine Radfahrerin von einem abbiegenden Lkw überrollt wurde, als gefährlich. Die neu getakteten Grünphasen sollen diese Gefahr entschärfen. 

Uelzen. Das weiße Fahrrad erinnert jeden Tag an die Gefahr: Spätestens seit dem Unfall, bei dem im Juni eine 71 Jahre alte Radfahrerin beim Überqueren der Straße von einem Lkw überrollt wurde und starb (AZ berichtete), gilt die Kreuzung Celler Straße/Soltauer Straße als gefährlich für Fußgänger und Radfahrer.

Bereits zwei Jahre zuvor wurde ein junges Mädchen an der gleichen Stelle von einem Lastwagen erfasst. Sie überlebte wie durch ein Wunder, wird aber ihr Leben lang mit den Folgen des Unfalls zu kämpfen haben. Doch wie kann der Verkehr an der viel befahrenen Kreuzung entschärft werden? Diese Frage beschäftigte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lüneburg, die schließlich entschieden hat, die Taktung der Grünphasen anzupassen.

Jetzt haben Fußgänger und Radfahrer eine Sekunde früher Grün als der Straßenverkehr. Zwar haben sie mit einer Sekunde Vorsprung die Straße noch nicht überquert, sie befinden sich aber bereits weiter als zuvor auf der Fahrbahn und nicht mehr im toten Winkel. So können sie von abbiegenden Auto- und Lkw-Fahrern besser gesehen werden.

Es wäre auch denkbar gewesen, eine Grünphase nur für Fußgänger und Radfahrer zu schalten, während der komplette Straßenverkehr steht. „Dadurch hätte es aber, vor allem zu Stoßzeiten, einen zu großen Rückstau gegeben“, erklärt Dirk Möller, Leiter der Lüneburger Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Aktuell plant die Behörde außerdem, die komplette Ampelanlage an besagter Kreuzung auszutauschen. „Die Anlage hat jetzt ein gewisses Alter erreicht, wo das Sinn macht“, erklärt Möller, denn die neue Anlage sei wegen ihrer LED-Technik wartungsärmer und benötige weniger Strom als die bisherige. „Außerdem werden Lichter einer LED-Ampel besser gesehen.“

Die Ampeln sollen laut Plan bereits im kommenden Jahr erneuert werden. Die Schaltung der neuen Anlage ist laut dem Behörden-Chef abhängig vom jeweiligen Verkehrsaufkommen.

Um zu ermitteln, wie hoch dieses zu verschiedenen Tageszeiten und Wochentagen ist, wurde an der Kreuzung mithilfe einer Kamera über mehrere Wochen der Verkehr gezählt. „Dabei berücksichtigen wir nicht nur den Straßenverkehr, sondern auch Fußgänger und Radfahrer“, berichtet Möller, „also das komplette Verkehrsaufkommen an der Kreuzung.“

Auch bei der künftigen Ampelschaltung wolle man dem Rad- und Fußgängerverkehr besondere Bedeutung zumessen, damit sich das tragische Unglück vom Juni nicht wiederholt.

Von Sandra Hackenberg

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