Bombenfund: Bahnstrecke nach Lüneburg erneut dicht / weitere Funde erwartet

Eine Route voller Risiken

Die zweite Fliegerbombe, die südlich des Lüneburger Bahnhofs gefunden worden war – es dürften weitere dort liegen. Foto: Polizei

Uelzen. Bahnpendler, die morgens von Uelzen nach Lüneburg oder Hamburg fahren, stellen sich derzeit jeden Tag wieder dieselbe Frage: Komme ich heute Abend nach Hause? Die Chance, dass es zumindest erheblich später wird,ist groß in diesen Wochen.

Denn in einem künftigen Baugebiet südlich des Bahnhofs Lüneburg wurde innerhalb weniger Tage nun schon die dritte Fliegerbombe im Erdreich gefunden. Das hieß für hunderte Pendler am gestrigen Freitagabend: Vollsperrung der Bahnstrecke, Umsteigen auf Busse. Und das zieht sich hin.

Die Anwohner rund um den Lüneburger Bahnhof haben derweil schon eine gewisse Routine entwickelt, wenn die Polizei sie wieder einmal evakuiert. Und auch für Zugreisende könnte es in den nächsten Monaten zum Alltag werden, dass die Fahrt von oder nach nach Hamburg ausfällt. Denn das betroffene Areal, in dem seit vergangenem Jahr nunmehr schon vier Blindgänger entdeckt wurden, ist noch nicht einmal zur Hälfte untersucht. Rund 80 000 Quadratmeter umfasst das Gelände, bislang wurden erst die Luftaufnahmen von 30 000 Quadratmetern ausgewertet. „Da dürfte noch einiges im Erdreich schlummern“, sagt Polizeisprecher Kai Richter.

Bahnknotenpunkte waren im Zweiten Weltkrieg auch im Raum Uelzen und Lüneburg bevorzugte Ziele von alliierten Luftangriffen. Wie viele Altlasten es noch gibt, kann nur vermutet werden. So wurde deshalb jüngst beim Ausbau des Veerßer Bahnbogens von einer Fachfirma gezielt nach verdächtigem Metall im Erdreich gesucht, jedoch keine Fliegerbombe gefunden.

Im Jahr 2007 hatten in Uelzen gleich zwei Mal Wohngebiete geräumt werden müssen. So wurde Anfang Februar im Gewerbegebiet Neu Ripdorf eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe entdeckt, die nicht mehr zu entschärfen war und gesprengt werden musste. 2000 Anwohner waren evakuiert worden. Und nur drei Monate später räumte die Polizei eine weitere Wohnsiedlung, damit eine zweite amerikanische Fliegerbombe entschärft werden konnte.

Von Thomas Mitzlaff

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