Sägewerk aus Hessen investiert 20 Millionen Euro am Standort Uelzen

Eine Menge Holz

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Aus Rundhölzern werden Bretter: Geschäftsführer Hans Bien (hinten, ganz rechts) führte die Gäste bei der offiziellen Präsentation des neuen Sägewerks im Uelzener Hafen durch die einzelnen Verarbeitungsprozesse.

Uelzen. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sprudeln in Stadt und Kreis – die Unternehmen sind offensichtlich auf gutem Kurs. Ganz deutlich wird dies derzeit im Uelzener Hafen, wo Firmen kräftig investieren.

So wurde gestern das neue Sägewerk der Bien-Holz GmbH offiziell vorgestellt, in dem vor knapp einem Jahr, am 21. Dezember 2011, der erste Rundholz-Stamm gesägt wurde. Nach und nach wurde die Anlage optimiert, so dass mittlerweile im Zwei-Schicht-Betrieb mit mehr als 50 Mitarbeitern produziert wird.

Etwa 20 Millionen Euro hat Bien-Holz in das Uelzener Werk investiert, wie eine illustre Gästeschar gestern bei einem Rundgang über das Gelände von den Geschäftsführern Hans Bien und Helmut Flach erfuhr. Und auch trotz einiger Verzögerungen, die entstanden waren, weil das Land Niedersachsen die anfangs in Aussicht gestellte Förderung in Höhe von 8 Millionen Euro sukzessive auf 2 Millionen Euro reduziert hatte, hielten die Sägewerker aus Birstein in Hessen am Standort Uelzen fest. „Das Kurzholzsägen aus Rundhölzern ist im norddeutschen Raum nicht so bekannt“, begründet Hans Bien unter anderem die Entscheidung für Uelzen und beschreibt das Einzigartige an diesem Verfahren so: „Wir machen auch aus krummem Holz gerade Stücke.“ Damit werde auch schwaches oder qualitätsgemindertes Holz in Kurzlängen von 80 bis 120 Zentimetern gesägt, das in herkömmlichen Sägewerksbetrieben nicht mehr eingeschnitten werden kann.

Durch die neue Sägetechnik kann dieses, für die Forstwirtschaft zum großen Teil nur mit geringeren Preisen als Industrieholz absetzbare „Problemholz“ mit einer hohen Ausnutzung verarbeitet werden. Und Hans Bien, ein Sägewerker vom alten Schlag, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat, bricht gestern eine Lanze dafür, dass der Rohstoff Holz nicht nur einseitig betrachtet werden möge: „Wir wollen den Trend nicht mitgehen, dass Holz nur als Energieträger gesehen wird.“ Es könne nicht Sinn und Zweck der Waldwirtschaft sein, dass man Holz nur als Brennstoff verkaufe und damit die Preise hoch treibe. Mancher Landwirt, so Bien, entscheide sich heutzutage dafür, seinen Wald lieber stehen zu lassen als ihn abzuholzen – in der Hoffnung, für das Holz doch noch einen besseren Preis zu erzielen, schildert Bien ein aktuelles Problem. „Wir wollen eine höchstmögliche Wertschöpfung“, sagt er, „eine Verarbeitung zum Brett, weiter zur Palette oder als Späne zur Platte – danach kann immer noch verbrannt werden, das Holz muss ja nicht verfaulen.“

Täglich verarbeitet das Unternehmen auf seinem 7,5 Hektar großen Gelände in Uelzen 1000 Festmeter Holzstämme (in der Regel Kiefern, aber auch Pappeln, Birken, Linden oder Douglasien) zu Brettern, aus denen Paletten gefertigt werden. Das Holz wird aus einem Umkreis von rund 100 Kilometern angeliefert.

Auch an anderen Standorten in Uelzen bekennen sich Unternehmer zum hiesigen Standort und entwickeln sich weiter – im Uelzener Hafen, aber auch unmittelbar in der Stadt.

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Von Ines Bräutigam

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