Eine lange Drogenkarriere

Haschisch-Fund in Uelzener JVA: 53-Jähriger verurteilt

Knapp 17 Gramm Haschisch wurden in der Zelle eines in der JVA Uelzen einsässigen 53-Jährigen gefunden. Der fiel schon häufiger wegen Drogendelikten auf.
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Knapp 17 Gramm Haschisch wurden in der Zelle eines in der JVA Uelzen einsässigen 53-Jährigen gefunden. Der fiel schon häufiger wegen Drogendelikten auf.
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
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Uelzen – Ein Leben für die Drogen: Seit 1983 nehme er regelmäßig Betäubungsmittel ein, hauptsächlich Heroin und Amphetamine, am Wochenende zum Feiern auch mal Ecstasy. So schilderte es ein heute 53-jähriger Angeklagter jetzt im Uelzener Amtsgericht.

Der Vorwurf: Am 17. April 2020 wurden im Haftraum des Angeklagten, der derzeit in der JVA Uelzen einsitzt, Drogen gefunden. Insgesamt soll es sich laut Anklage der Staatsanwaltschaft um 16,72 Gramm Haschisch gehandelt haben.

„Das ist so richtig“, gab Verteidiger Christian Wigger im Namen des Angeklagten zu. „Das bedauert mein Mandant sehr und möchte sich dafür auch entschuldigen.“ Die Drogen habe er während eines Freigangs für einen Krankenhausaufenthalt erworben – und zwar im Zuge seiner Abhängigkeit.

Wigger forderte eine milde Strafe, damit der 53-Jährige in Therapie kann. Einen Betreuungsplatz gebe es schon. Wenn der Angeklagte ohne Therapie aus der Haft entlassen würde, sei das Rückfallrisiko entsprechend hoch.

Rückfall nach acht Jahren

2004 habe er schon einmal eine Therapie erfolgreich abgeschlossen, fügte der Angeklagte hinzu. Acht Jahre lang habe er dann ohne Drogen gelebt – bis er 2012 rückfällig geworden sei. In einer neuen Behandlung möchte er selbst herausfinden, wie es dazu kommen konnte.

Drei Jahre lange habe niemand seine Drogensucht bemerkt, sagte der Angeklagte. Erst 2015 sei er bei einer Verkehrskontrolle aufgeflogen und habe dabei seinen Führerschein und damit auch seine Arbeit als Paketzusteller verloren. „Ich möchte wieder drogenfrei leben“, versicherte der 53-Jährige. Unklar blieb, warum der Angeklagte Haschisch gekauft hatte. „Das ist absolut nicht mein Ding“, betonte er mehrmals.

„Ich glaube nicht, dass eine Geldstrafe hier ausreichend Signalwirkung zeigen würde“, hieß es im Plädoyer der Staatsanwaltschaft mit Blick auf die Vorstrafen – zuletzt wurde der Angeklagte 2018 wegen Besitzes von Betäubungsmitteln verurteilt. Vier Monate Freiheitsstrafe lautete die Forderung. Dem schloss sich Verteidiger Wigger an, wobei die Drogensucht seines Mandanten zu berücksichtigen sei. „Mein Mandant hat eine lange Drogenkarriere hinter sich“, betonte Wigger.

Richterin Koertge kam der Forderung nach. Das Geständnis und den Therapiewillen habe sie dem Angeklagten zugutegehalten. Eine Geldstrafe käme jedoch aufgrund der Vorstrafen nicht mehr in Betracht: „Damit Sie verstehen, dass das so nicht weitergeht.“

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