Bei Fahrgästen im Uelzener ÖPNV stoßen Mund-Nasen-Masken nicht nur auf Gegenliebe

Eine lästige Notwendigkeit?

Die Fahrgäste im Bus der Linie 1 halten sich an die Maskenpflicht. Für die Uelzenerin Friederike Roes (rechts) geht es darum, „einfach Rücksicht auf sich und andere“ zu nehmen.
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Die Fahrgäste im Bus der Linie 1 halten sich an die Maskenpflicht. Für die Uelzenerin Friederike Roes (rechts) geht es darum, „einfach Rücksicht auf sich und andere“ zu nehmen.

Das Land Niedersachsen will härter gegen Maskenmuffel vorgehen und kündigte verstärkte Kontrollen in Bussen und Bahnen sowie höhere Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht an.

Bei den Fahrgästen im Uelzener ÖPNV stoßen die Mund-Nasen-Masken nicht nur auf Gegenliebe.

Uelzen/Landkreis – Es dauert keine fünf Minuten: Die Luft im Bus wird stickiger, unter der Maske bricht der Schweiß aus. Dennoch halten sich die Fahrgäste der Linie 1 an die Maskenpflicht, wie auch Busfahrer André Lienshöft bestätigt. „Im Grunde wird es schon gut eingehalten“, sagt er zufrieden – und muss prompt einen Fahrgast beim Einstieg an die Maskenpflicht erinnern. Ausnahmen gebe es immer.

Unternehmen achten auf Maskenpflicht

Auch Manuela Wahrmann und Hendrik Escher halten sich beim Einsteigen an die Maskenpflicht.

„Fahrgästen, die sich nicht an diese Regelung halten, wird der Einstieg beziehungsweise. die Mitnahmen verweigert“, erklärt in dem Zusammenhang Franziska Albrecht, Sprecherin der Mycity-Stadtwerke. Zweimal sei dies bisher der Fall gewesen, doch der Großteil der Fahrgäste halte sich an die Maskenpflicht. Auch eine Sprecherin der Deutschen Bahn, deren Tochterunternehmen RBB im Landkreis Uelzen den Busverkehr betreibt, bestätigt, dass sich nach wie vor die große Mehrheit an die Maskenpflicht halte. Dabei betont sie jedoch: „Der Schutz der Gesundheit von Mitarbeitenden und Fahrgästen hat für uns oberste Priorität. Wenn eine Minderheit geltende Regeln missachtet, ist dies für uns nicht hinnehmbar.“

Laut Landkreis-Sprecher Martin Theine sind die Busfahrer von den jeweiligen Unternehmen dazu angehalten, die Einhaltung der Maskenpflicht konsequent zu kontrollieren. Ein Bußgeld für Fahrgäste musste bislang aber nur in einem Fall verhängt werden – 20 Euro wurden fällig, wobei die Höhe vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung festgesetzt wurde.

Gemischte Reaktionen der Fahrgäste

Die Fahrgäste in Linie 1 äußern sich unterdessen unterschiedlich zur Maskenpflicht. Die Uelzenerin Friederike Roes hält sie für notwendig, ihr gehe es darum „einfach Rücksicht auf sich und andere zu nehmen“. Dem stimmt auch Manuela Wahrmann zu. Die Maske sei „zwar bei der Hitze ein wenig nervig“, aber nichtsdestotrotz sinnvoll. Inzwischen habe sie sich auch daran gewöhnt, da sie ohnehin jeden Tag mit dem Bus fahre.

Schülerin Joana Celine Buchholz beim Einstieg.

Skeptischer stehen der Maskenpflicht diese Fahrgäste gegenüber: Die Schülerin Joana Celine Buchholz etwa erklärt ihre ablehnende Haltung damit, dass man mit den Masken zwar andere, aber nicht sich selbst schützen könne. Auch Hendrik Escher hält die Maskenpflicht für wenig sinnvoll. Die Masken müssten regelmäßig gewechselt oder gewaschen werden, was nach Eschers Meinung aber die wenigsten machen würden. Zudem kritisiert er, dass Menschen, die aufgrund einer Lungenerkrankung oder ähnlichem keine Masken tragen können, sofort schief angesehen und zu Außenseitern gemacht würden. Diese Leute müssten sich quasi „das Attest vom Arzt auf die Stirn tätowieren“, formuliert Escher überspitzt. VON DANIEL BIELING

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