Raimund Nowak: „Keine Wählerschelte“ / Grüne stehen hinter den Äußerungen

Eine Frage der Interpretation?

Raimund Nowak

Uelzen/Landkreis. „Wir sind total baff, dass man das so auffassen kann“, sagt Hans-Hermann Hoff zu den Reaktionen, die Landrat Raimund Nowak auf seine Anmerkungen zum Ausgang der Landratswahl geerntet hatte.

Denn Hoff, Kreisvorsitzender der Grünen, hat die von vielen als Abrechnung eines schlechten Verlierers verstandenen Äußerungen Nowaks eher so verstanden: „Es ist vielleicht ein harter Ton, aber es ist auch eine gute Zustandsbeschreibung und eine realistische Einschätzung.“

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Eine Frage der Interpretation

Der als unabhängige und von den Grünen unterstützte Landratskandidat Nowak hatte, wie berichtet, 18,7 Prozent der Wählerstimmen erhalten und war damit seinen Mitbewerbern Heiko Blume (CDU) und Jürgen Krumböhmer (SPD) unterlegen. In seiner Nachlese hatte er die Menschen im Kreis Uelzen, die Parteien (auch die Grünen) und nicht zuletzt den desginierten Landrat Blume ins Gebet genommen. Doch Raimund Nowak fühlt sich missverstanden, wie er gestern gegenüber der AZ betont, habe die Wähler nicht kritisieren wollen. „Dies ist weder Inhalt meines Textes noch war und ist es meine Absicht, den Menschen im Landkreis etwas vorzuwerfen.“ Die von ihm geäußerte Kritik habe sich allein „auf die programmatischen Aussagen der lokalen Parteien (mit Ausnahme der Grünen)“ bezogen.

„Der Hinweis auf eine ‘Fehleinschätzung der Wählerschaft’ bezieht sich auf die Frage, ob in der aktuellen Situation Uelzens die Landratsrolle eher als Verwaltungsleitung oder als politische Lobbyaufgabe verstanden werden sollte“, so Nowak. In seinem Text schreibe er „ausdrücklich, dass ich das Wahlergebnis akzeptiere“. Hans-Hermann Hoff räumt ein, dass man aus Nowaks ersten Anmerkungen „schon etwas herauslesen kann“. Aber die Grünen, so der Kreisvorsitzende, stünden zu dem Hannoveraner, der seine Wurzeln im Landkreis Uelzen hat.

Dass Nowak die Grünen als eine Partei bezeichnet hatte, „die auch gerne auf der Makroebene diskutieren“ würde? „Den Schuh ziehen wir uns an, da sind wir selbstkritisch“, sagt Hoff. Als einen schlechten Wahlverlierer würde er Raimund Nowak deshalb nicht bezeichnen. „Er kann das einstecken“, ist Hoff, der ein langjähriger Wegbegleiter des gescheiterten Landratskandidaten ist, überzeugt. Nowak verwendet in seinen Anmerkungen unter anderem den Begriff „politische Landpartie“ – und er will dieses Wortspiel in Anlehnung an die jährlich im benachbarten Wendland stattfindende „kulturelle Landpartie“ verstanden wissen.

„Dort wird deutlich, dass der ländliche Raum attraktiv für Städter sein kann.“ Dies habe auch seine Kandidatur zum landrat ausdrücken sollen. „Bei anderen Interpretationen der von mir verwendeten Begriffe handelt es sich um Unterstellungen“, so Nowak.

Von Ines Bräutigam

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