„Eine echte Frechheit“

TorstenWendt

Ebstorf - Von Wiebke Brütt. Eine Fusion zwischen den Samtgemeinden Altes Amt Ebstorf und Suderburg wird es nicht geben. Von Anfang an verliefen die Verhandlungen zäh. Die Ebstorfer arbeiten inzwischen unter Hochdruck an einer gemeinsamen Hauptsatzung mit der Samtgemeinde Bevensen. Und die Suderburger strecken ihre Fühler in verschiedenste Richtungen aus – bislang vergeblich.

Dass allein die Ebstorfer am Scheitern der Fusionsverhandlungen mit dem südlichen Nachbarn Schuld sein sollen, wie es Suderburgs Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz auf der jüngsten Ratssitzung behauptete (die AZ berichtete), treibt seinem Ebstorfer Amtskollegen Tosten Wendt jedoch die Zornesröte ins Gesicht: „Er hat systematisch boykottiert und alles kaputt gemacht, damit es zu keiner Fusion kommt“, nimmt der Bürgermeister der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf kein Blatt vor den Mund. „Wir haben hart gearbeitet, sind immer wieder mit neuen Vorschlägen auf die Suderburger zugegangen. Schließlich wissen wir alle, dass wir für die Fusion nur wenig Zeit haben“, erklärt Wendt.

Die Suderburger hingegen ließen es etwas gemächlicher angegen, wollten sich von der Ebstorfer Verwaltungsspitze nicht unter Druck setzen lassen. „Das Friedhelm Schulz‘ Favorit die Bildung einer Einheitsgemeinde ist und er einer Fusion nichts abgewinnen kann, hat er oft genug erklärt. Die Termine haben gezeigt, dass viel Zeit vergangen ist, ohne ein nennenswertes Ergebnis zustande zu bringen.“

Stattdessen Vertröstungen, Verzögerungen und Vorwürfe von Seiten der Suderburger. Die Ebstorfer würden auf Entscheidungen drängen, nicht auf Augenhöhe verhandeln und seien arrogant. Nach diesen jüngsten Anschuldigungen platzt Torsten Wendt nun der Kragen: „Mit so einem Hauptverwaltungsamten werde ich nicht zusammenarbeiten. Der Zug ist abgefahren.“

Auch interkommunale Zusammenarbeit ist für den Ebstorfer Verwaltungschef mit der Samtgemeinde Suderburg vorerst nicht mehr möglich. „Herr Schulz fährt einen Zick-Zack-Kurs, den keiner mehr nachvollziehen kann“, wettert Torsten Wendt. Denn während Friedhelm Schulz Ende Mai in der AZ öffentlich Stellung gegen eine Fusion bezieht („Mir wird oft unterstellt, ich würde nicht mit vollem Herzen hinter einer Fusion stehen. Und das stimmt.“), lässt er Wendt noch zwei Wochen vorher per E-Mail wissen: „Insgesamt sehe ich eine Fusion als echte Herausforderung, auf die ich mich freue und der ich mich mit ganzer Kraft widmen werde.“ Er kündigt an, bei diesem Prozess sogar die Federführung übernehmen zu wollen. Wendt: „Das ist doch echt eine Frechheit!“Seite 6

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare