Statue soll am Alten Rathaus auf Geschichte der Hansestadt hinweisen

Eine bronzene Frau für Uelzen

Rechts neben dem Alten Rathaus könnte in Zukunft eine bronzene Frauenstatue stehen. Der Uelzener Kulturausschuss hat jetzt einen Ideenwettbewerb hierfür empfohlen.
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Rechts neben dem Alten Rathaus könnte in Zukunft eine bronzene Frauenstatue stehen. Der Uelzener Kulturausschuss hat jetzt einen Ideenwettbewerb hierfür empfohlen.

Uelzen – Frauen haben schon immer die Geschichte geprägt und hinter ihren Männern hinterhergeräumt.

Um der Bedeutung der Frauen für Uelzen ein Denkmal zu setzen, hat der Kulturausschuss der Stadt jetzt einstimmig empfohlen, einen Ideenwettbewerb für eine Statue am Alten Rathaus auszuschreiben. Möglicher Standort der Plastik ist laut Uelzens erstem Stadtrat Dr. Florian Ebeling rechts neben dem Alten Rathaus am Ende der Fußgängerzone. Dort wo der Verkehrsverein vorgehabt hatte, den Verkehrsturm aufzustellen.

Die bronzene Statue muss eine Frau aus der Hansezeit darstellen, die mit Leinen oder Flachs handelt. „Wir wollen der historischen Bedeutung der Frauen ein Gesicht geben“, begründete Brigitte Kötke (SPD) den Antrag ihrer Partei, der auch von Ute Altbauer-Kallnischkies (Linke) und Ute Lange-Brachmann, Vorsitzende des Kulturkreises Uelzen, unterstützt wird. Ein Großteil des Geldes, welches zum Aufstellen des Kunstwerks benötigt wird, soll zudem über Sponsoren finanziert werden. Erste Gespräche dazu hat es bereits gegeben. Dabei habe sich aber auch herausgestellt, dass die Planungen konkreter werden müssen.

„Die Idee ist gut, wir brauchen aber einen finanziellen Rahmen“, sagte Markus Hannemann (CDU). Es sei eine ungenutzte Fläche, aber die Kosten müssten dabei im Auge behalten werden. Diese sollen nach Empfehlung des Kulturausschusses 50 000 Euro nicht übersteigen. Darin enthalten sind Preisgelder für die ersten drei Plätze im von der Stadt ausgeschriebenen Ideenwettbewerb. Die Entscheidung über die Preise soll eine Jury treffen, in der neben Verwaltung und Politik auch Kunstschaffende vertreten sind.

„Mir ist das thematisch mit der Hansezeit zu eingeengt“, sagte Martin Schneider (FDP). Auch zu anderen Zeiten hätten Frauen die Geschichte geprägt. Zudem sei ihm das Finanzielle zu wage.

Die Statue werde ein Stück Stadtgeschichte erlebbar machen, betonte Ute Lange-Brachmann. Denn Uelzener Leinen sei ein bedeutendes Handelsgut der Stadt gewesen. Auch die englische Flotte sei mit Segeln aus Uelzener Leinen ausgerüstet gewesen. Und Frauen hätten auch im Mittelalter in Uelzen Handel betrieben. „Eine Statue macht eine Stadt freundlicher und attraktiver“, erklärte sie. Natürlich gehöre dazu ein erklärendes Element, das die geschichtliche Bedeutung einordne. Genau so wichtig sei es, der Statue ein Gesicht zu geben, anstatt das Thema abstrakt darzustellen. Außerdem spricht für Ute Lange-Brachmann noch ein wichtiger Fakt für eine Frauenstatue: „Frauen haben schon immer den Karren aus dem Dreck geholt.“ VON LARS LOHMANN

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