Eine Branche ohne Produkt

Uelzener Reisebüros kämpfen mit Reisesperre infolge der Corona-Krise

Reisen ins Ausland sind bis auf Weiteres aufgrund der Corona-Krise erheblich eingeschränkt. Davon betroffen sind vor allem Reisebüros, deren Geschäft mit dem Sommerurlaub wegbricht. 
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Reisen ins Ausland sind bis auf Weiteres aufgrund der Corona-Krise erheblich eingeschränkt. Davon betroffen sind vor allem Reisebüros, deren Geschäft mit dem Sommerurlaub wegbricht.

Uelzen – Schon lange warnte das Auswärtige Amt im Zuge der Corona-Krise vor Reisen ins Ausland, sprach gar eine offizielle Reisewarnung aus. Neben vielen Bürgern, die um ihren Urlaub bangen, sind vor allem die Reisebüros betroffen.

Nina Eckhardt von der Uelzener Ferienwelt bewertet die Situation vorsichtig. „Ich denke nicht, dass im Sommer noch großartig was passiert“, sagt die Leiterin. Derzeit liege der Arbeitsschwerpunkt auf der telefonischen Beratung der Kunden, die nicht wissen, ob der gebuchte Urlaub stattfinden kann.

Viele Kunden würden aufgrund der aktuellen Lage ihren Urlaub jetzt auf Ende des Jahres oder nächstes Jahr umbuchen wollen. Panisch reagieren sie laut Eckhardt aber nicht.

„Wir sind natürlich auf die Infos der Veranstalter angewiesen“, sagt Eckhardt, wobei die unterschiedlichen Regelungen der verschiedenen Veranstalter, ob eine Reise storniert, umgebucht oder der Preis als Gutschein erhalten werden kann, die Sache verkomplizieren würde. Man könne daher zurzeit keine pauschalen Ratschläge geben, sondern jeden Fall der Kunden einzeln prüfen.

„Das Problematischste ist für uns, dass wir eine Branche ohne Produkt sind“, beschreibt Silja Eichmann-Bartels vom First Reisebüro in Uelzen die gegenwärtige Lage. Zwar sei ihre Filiale täglich geöffnet, doch nur um besorgte Kunden zu beraten. Verkaufen könne sie derzeit kaum etwas.

Schwierig sei die Lage auch, weil das Reisebüro nur durch Provisionen der Veranstalter verdiene – jedoch nur, wenn die Kunden die Reise auch antreten würden. Da derzeit keine Reisen stattfinden, wird demnach auch kein Geld verdient. „Wir arbeiten nur aus Kulanz“, verrät Eichmann-Bartels, um weiterhin als Ansprechpartner zu fungieren.

Auch Eichmann-Bartels verweist zudem auf die unterschiedlichen Regelungen der Veranstalter. Sie selbst würde sich wünschen, dass möglichst viele Kunden nun die Möglichkeit eines Gutscheins statt einer Stornierung nutzen, sollte ein Urlaub ausfallen, da damit die Reisebüros und Veranstalter unterstützt würden. Der Gutschein sei bis Ende 2021 gültig, um ihn für einen anderen Urlaub einzulösen.

„Es geht ja auch darum, dass wir die Vielfalt erhalten“, gibt Eichmann-Bartels zu bedenken, da manche Reiseanbieter die Krise andernfalls nicht überleben könnten und so der Wettbewerb eingeschränkt werden könnte.

Viele Kunden würden jedoch auch Solidarität zeigen, indem sie ihre Reise umbuchen statt zu stornieren: „Die Leute vertrauen darauf, dass es weitergehen kann.“ Und auch die Geschäftsführerin selbst gibt sich zuversichtlich: „Wir sind guter Dinge, dass es hoffentlich bald wieder losgeht mit den Reisen.“

VON DANIEL BIELING

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