Eine Arbeit, die ihr Sinn gibt

Ute Bautsch-Ludolfs liebt die Kirchenmusik – doch seit Jahren gibt es zwischen ihr und dem Kirchenvorstand Missklänge.

Bad Bevensen. Als ihr jüngster Spross sie fragte, ob er überhaupt noch in der Dreikönigskirche konfirmiert werden könne, „wenn die dich da nicht mehr wollen, Mama“, da musste Ute Bautsch-Ludolfs erst einmal schlucken. Die Querelen um die Bevenser Kirchenmusikerin, von der sich der Kirchenvorstand nach jahrelangen Streitigkeiten trennen will (die AZ berichtete), haben längst auch Einfluss auf ihr Privatleben genommen. Zuletzt hatte, wie ebenfalls berichtet, ihr Ehemann Gerd Ludolfs sein Amt als stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes aus moralischen Gründen niedergelegt. Von Ines Bräutigam

Zu inhaltlichen Ursachen der Auseinandersetzungen will Ute Bautsch-Ludolfs öffentlich nichts sagen, will nicht Ross und Reiter nennen. Mit Grund: „Zum einen möchte ich dem Bild von Kirche hier nicht schaden, zum anderen ist es nicht mein Stil.“ Obendrein habe sie vom Kirchenvorstand per Abmahnung die Auflage bekommen, „mich hinsichtlich der Probleme, die zwischen mir und dem Kirchenvorstand bestehen, in der Öffentlichkeit, was besonders für Interviews in den Presseorganen, Zeitungen und sonstigen Veröffentlichungen gilt, zurückzuhalten“. Sollte sie sich nicht daran halten, drohe eine außerordentliche Kündigung.

Während mit Kirchenchormitgliedern, Kinderchor und vielen anderen kirchlichen Mitarbeitern das Miteinander gut klappe und Achtung herrsche, fühlt sich die Organistin vom Kirchenvorstand seit Jahren gemobbt und verletzt. Die wahren Hintergründe will sie für sich behalten. „Spätestens wenn es zu einem Prozess kommen sollte, wird eh jede Kleinigkeit in der Öffentlichkeit zu Tage kommen“, vermutet sie.

Bei allem Schmerz und allem Ärger – die Organistin hat an Kirchenmusik nach wie vor Freude. „Wenn ich Orgelmusik spiele oder vor dem Chor stehe, ist – Gott sei Dank – jeder Missklang vergessen“, sagt sie. „Die Arbeit macht Freude, gibt Sinn.“

Ihre Familie gehöre schon seit dem 16. Jahrhundert zur Kirchengemeinde Bevensen, sagt Bautsch-Ludolfs. „Mein Mann und ich sind hier getraut, unsere sieben Kinder getauft worden.“ Umso schlimmer ist für sie die jetzige Situation zu ertragen. Doch ihre Bemühungen, Brücken zu bauen, Gespräche zu führen, hätten zu nichts geführt. Der Umgang mit Konflikten und Gesprächen sei „mit diesem Kirchenvorstand und seinem Vorsitzenden Pastor Meyer, einem Gremium, wie ich es in meinen über 30 Dienstjahren mit anderen zwölf Kirchenvorständen nie erlebt habe“, schwer. Kirchenmusikerin in Bevensen will sie aber bleiben.

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