Mitorganisator Jakob Blankenburg zum Festival gegen Rassismus auf dem Herzogenplatz

„Ein Zeichen gegen Hass und Hetze“

+
Einer von mehreren Organisatoren des „Festivals gegen Rassismus“ auf dem Uelzener Herzogenplatz ist Jakob Blankenburg. Er hofft, dass möglichst viele Menschen kommen, um rund um das ernste Thema auch ganz viel Spaß zu haben.

Uelzen. Engagement gegen Rechtsextreme und ihre Ideologien ist nicht unbedingt leicht. Auch Jakob Blankenburg, einer der Organisatoren des „Festivals gegen Rassismus“ in Uelzen, hat das schon erfahren.

„Hetzer gegen Deutschland“, so Blankenburg sei er beispielsweise von der AFD Uelzen bereits genannt worden – vergleichsweise harmlos, bedenkt man, dass Freunde des Politikwissenschaftstudenten, die sich ebenfalls gegen Rechts engagierten, mehrfach Morddrohungen erhielten.

Von seiner Überzeugung lässt sich Blankenburg, der bis hoch zur Landesebene bei der Jugendorganisation der SPD, Jusos, engagiert ist, aber keineswegs abbringen. Nicht zuletzt, weil er immer wieder auch positive Bestätigung bekommt, Leute ihn auf der Straße ansprechen und sagen „gut, dass Du das machst“.

Rassismus hat für Blankenburg viele Facetten, die auch oder gerade in der Region um Uelzen wahrnehmbar seien. Angefangen bei Posts und Kommentaren in den sozialen Netzwerken, über Beleidigungen wie „Bimbo“ oder „Kanacke“ im Alltag und vor allem rechtsextreme Bewegungen, die in der Region stark vertreten seien: Völkische Siedler und Identitäre Bewegung. An manchen Orten im Landkreis sei es „ganz schlimm“, wie „die „Überlegenheit der weißen Deutschen“ gepriesen werde und teilweise in Schulen Elternräte unterwandert würden, so Blankenburg.

Insbesondere die Rolle der AfD sieht Blankenburg in diesem Zusammenhang kritisch. Mit Armin Paul Hampel, AfD-Landesvorsitzender aus Uelzen, Wilhelm von Gottberg aus Lüchow-Dannenberg und anderen hätte die Partei in der Region eine Art „Machtzentrale“ aus Personen, die den Holocaust relativierten oder die Nähe zu vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Gruppierungen und zu völkischem Gedankengut nicht scheuten.

Vor diesem Hintergrund warnt Blankenburg: „Das Problem ist nicht weg“ – auch wenn die AfD derzeit in der medialen Berichterstattung eher eine Nebenrolle spiele, liege sie vor den anstehenden Bundestagswahlen und Neuwahlen auf Landesebene in Umfragen bei um die sieben Prozent.

Das Festival gegen Rassismus in Uelzen soll für all diese Themen sensibilisieren. Neben den Bands, die auftreten, informieren zahlreiche Organisationen und Institutionen rund ums Thema Rassismus und was dagegen getan werden kann. Dass man damit Erfolg haben kann, habe das erste Festival gegen Rassismus in Uelzen im vergangenen Jahr gezeigt, so Blankenburg. „In Spitzenzeiten waren 600 bis 700 Menschen auf dem Herzogenplatz.“ In der Folge hätten dann auch zu Gegendemonstrationen bei rechten Veranstaltungen mehrere Hundert Menschen aktiviert werden können, beispielsweise nach dem Anschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Bad Bevensen.

Neben dem schweren politischen Thema verspricht Blankenburg aber auch jede Menge Spaß. Mit „Brass Riot“ habe eine Band aus Lüneburg als „Opener“ gewonnen werden können, die mit einer Mischung aus Blasmusik und Elektro am Nachmittag die Stimmung auflockern werde: „Die Band ist richtig cool“, meint Blankenburg.

Und mit der Pop-Band „Tubbe“ und den Hip-Hoppern von „Sookee“ seien Berliner Bands am Start, die sich stark gegen Rassismus, Homophobie und Menschenhass engagierten. „Dass die kommen, finde ich richtig toll, die kommen sonst nicht in so eine kleine Stadt“, meint Blankenburg.

Für das Festival wünscht sich Blankenburg, dass möglichst viele Menschen vorbeikommen, reden und Spaß haben, um ein „starkes Zeichen gegen Hass und Hetze zu setzen“, die sich beispielsweise in Ablehnung und Aggressionen gegen Zugewanderte, Schwule, Lesben, Andersdenkende ausdrückten – auch in Uelzen.

Von Steffen Kahl

-----

Festival 

Das zweite Festival gegen Rassismus auf dem Uelzener Herzogenplatz findet am 25. August, ab 17 Uhr auf dem Herzogenplatz statt. Die Bands „Brass Riot“, „Tubbe“ und „Sookee“ treten auf. Diverse Organisationen sind mit Ständen vor Ort. Organisatoren sind das Uelzener Bündnis gegen Rechts sowie zahlreiche Jugendorganisationen und Gewerkschaften.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare