Bilanz nach einem Jahr Pandemie: Landkreis zählt bisher 729 Verfahren

Ein Uelzener, acht Corona-Verstöße

Mitarbeiter von Ordnungsämtern und Polizisten sind im Einsatz, um festzustellen, ob die Menschen sich an die Corona-Vorgaben halten. Bei Verstößen drohen Bußgelder.
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Mitarbeiter von Ordnungsämtern und Polizisten sind im Einsatz, um festzustellen, ob die Menschen sich an die Corona-Vorgaben halten. Bei Verstößen drohen Bußgelder.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Seit Beginn der Corona-Pandemie vor etwa einem Jahr wurden im Landkreis Uelzen insgesamt 729 Verstöße gegen Vorgaben, die zum Infektionsschutz erlassen wurden, geahndet. In den meisten Fällen wurden Vorgaben für Treffen mit anderen Menschen missachtet. Eine Person im Kreis hat inzwischen in acht Fällen gegen Vorgaben verstoßen. 

Uelzen/Landkreis – Wer darf sich wann mit wem treffen? Wo ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen? Diese Fragen gehören zur Pandemie. Aus Infektionsschutzgründen werden Vorgaben gemacht, gegen die Menschen verstoßen: Nach gut einem Jahr der Pandemie stehen in der Statistik für den Landkreis Uelzen 729 Verfahren wegen solcher Corona-Verstöße. Das teilt die zuständige Uelzener Kreisverwaltung auf AZ-Nachfrage mit.

Es sind vor allem die Vorgaben, die für Besuche und Treffen mit anderen Menschen erlassen wurden, gegen die bisher im Landkreis Uelzen verstoßen wurde. Wie Kreissprecher Martin Theine ausführt, betreffe „der Großteil der eingeleiteten Verfahren“ die sogenannten Kontaktbeschränkungen – und zwar im privaten Bereich.

Im Laufe der Monate hat die Politik festgelegt, wie viele Haushalte und Personen sich treffen dürfen, um das Infektionsgeschehen im Zaum zu halten. Ein Verstoß wird mit einem Bußgeld geahndet. Dazu hat das Land eine Verordnung erlassen.

Ordnungsämter der Kommunen und die Polizei leisten Amtshilfe, nehmen die Vergehen zu Protokoll. Für die Bußgeldbescheide ist die Kreisverwaltung zuständig. Und diese erklärt, dass die bisher mehr als 700 Verfahren zu Bußgeldern in Höhe von insgesamt fast 72 000 Euro geführt haben. Auffällig: Für das Jahr 2020 steht ein Bußgeld-Gesamtbetrag von 22 200 Euro in den Büchern des Landkreises. Im gerade einmal drei Monate alten Jahr 2021 sind es bereits 49 700 Euro.

Aus den Pressemitteilungen der Polizei ist zu entnehmen, dass besonders in den Tagen um Weihnachten und Silvester immer wieder Corona-Verstöße festgestellt wurden. Wie berichtet, trafen sich unter anderem Mitglieder Tuning-Szene auf dem Hammersteinplatz in Uelzen, was die Hansestadt veranlasste, die Fläche zeitweise zu sperren.

Mancher zog keine Lehre aus einem Bußgeldbescheid. Wie Martin Theine mitteilt, gebe es Menschen, die mehrfach wegen Verstößen aufgefallen seien. „Spitzenreiter“ in dieser Hinsicht sei eine Person, der insgesamt acht Verstöße vorgeworfen würden.

Ein Bar-Betreiber im Landkreis Uelzen erhielt, weil er wiederholt öffnete, obwohl er es nicht durfte, Bußgeldbescheide in Höhe von mehreren tausend Euro. Beim überwiegenden Teil handele es sich aber um einmalige Verstöße, die geahndet wurden, so der Kreissprecher gegenüber der AZ.

Das Land Niedersachsen hat angekündigt, dass die Polizei zu Ostern wieder die Einhaltung der Vorgaben kontrollieren und schwerpunktmäßig an beliebten Ausflugszielen präsent sein werde. Neben dem Harz und den Küstenbereichen zählt das Land auch die Lüneburger Heide zu diesen Ausflugszielen.

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