Kunstverein Uelzen eröffnet Ausstellung „Land, Stadt, Land“ / 43 Werke aus rbb-Sammlung

„Ein Stück Norddeutschland“

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Die Besucher setzten sich intensiv mit den Motiven auseinander. Insgesamt 43 Werke zeigen dem Betrachter unterschiedliche Blicke auf Berlin und Brandenburg.

Uelzen-Holdenstedt. Mit dieser Ausstellung werde der Blick auf norddeutsche Landschaften vervollständigt, erklärte Dr. Udo Hachmann, Vorsitzender des Kunstvereins Uelzen, gestern Vormittag den anwesenden Kunstfreunden auf Schloss Holdenstedt.

„Es ist ein Stück Norddeutschland, das zu uns gehört. “ Zugleich entschuldigte er Landrat und Gastredner Dr. Heiko Blume, der verhindert war. 65 Gäste waren der Einladung des Vereins gefolgt, um gemeinsam die Ausstellung „Land, Stadt, Land“ aus Werken der Kunstsammlung des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) zu eröffnen; weitaus weniger als noch vor zwei Jahren. 160 Gäste säumten damals den Saal des Schlosses. Unter dem Titel „Weite und Licht“ präsentierte der Kunstverein damals Werke aus der Sammlung des Norddeutschen Rundfunks (NDR).

Eröffneten gemeinsam die Ausstellung (von links): Prof. Dr. Rudolf Großkopff, Kunstbeauftragter des rbb und Dr. Udo Hachmann, Vorsitzender des Kunstvereins Uelzen. Für die musikalische Begeisterung sorgte das Duo „Kandidel“.

Die Ausstellung des rbb zeigt in 43 Werken Blicke auf Berlin und Brandenburg aus der Sicht von Künstlern, die sie vorwiegend in den 20 Jahren vor der politischen Wende und in den 20 Jahren danach geschaffen haben. Prof. Dr. Rudolf Großkopff, ehrenamtlicher Kunstbeauftragter des rbb, war eigens aus Berlin angereist, um vertretend für seine Frau, rbb-Intendantin Dagmar Reim, in die Ausstellung einzuführen. Bereits bei der Kunstsammlung des NDR war Prof. Großkopff maßgeblich an der Entstehung beteiligt. Solch eine Sammlung stecke naturgemäß voller Kontraste und Spannungen, so Großkopff. Aber genau das setze ein „Denken in Bewegung“. Mit den Bildern wolle der rbb die Auseinandersetzung mit den „heimatlichen Wurzeln“ anregen und zugleich zeigen, dass der Sender seinen Kulturauftrag über das Programm hinaus ernst nehme. Stadt und Land seien gleichermaßen Ergebnisse eines langen kulturellen Prozesses. Die Landschaft habe es im Vergleich zum Porträt und Stillleben nie leicht gehabt, erklärte der Gastredner. Lange Zeit habe sie lediglich als Hintergrund gedient. In den letzten Jahren erlebe die Landschaft eine Renaissance. Mehr und mehr scheine sie an Präsenz zu gewinnen. Die Ausstellung „Land, Stadt, Land“ spreche für Toleranz und gegen immer noch bestehende Versuche, Ost- und Westkunst in verschiedene Schubladen zu stecken. Die Werke der Sammlung spiegeln in unterschiedlichen Stilen und Techniken die Vielfalt der Landschaftsmalerei wider. Aquarelle und Ölmalerei, meditative und politische sowie gegenständliche und abstrakte Formate entdecken die Besucher der Ausstellung. Künstler wie Rolf Händler, Harald Metzkes und Susanne Hoppe zeigen ihre Blicke auf Brandenburg. Berliner Stadtlandschaften stammen unter anderem von Thomas Hartmann, Karl Oppermann und Carla Fioravanti. Die Ausstellung „Land, Stadt, Land“ ist bis zum 7. April in Holdenstedt zu sehen.

Von Melanie Jepsen

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