„Ein massives Problem“

Ratsfrau will Kastrationspflicht für freilaufende Katzen in Hansestadt Uelzen

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Für freilaufende Katzen in Uelzen soll es eine Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Kastrationspflicht geben, fordert Ratsfrau Ute Altbauer-Kallnischkies (Linke).

Uelzen. Hat Uelzen ein Problem mit streunenden Katzen und wie kann die Stadt diesem Herr werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Ausschuss für Feuerwehr und Ordnungswesen der Hansestadt anlässlich eines Antrages der Ratsfrau Ute Altbauer-Kallnischkies (Linke).

Sie will, dass eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen eingeführt wird.

„Wir haben in Uelzen wie auch in anderen Städten ein massives Katzenproblem“, sagt Altbauer-Kallnischkies. So übertrügen die freilaufenden Katzen Krankheiten und ihre unkontrollierte Vermehrung sorge für immer größer werdendes Katzenelend. Zudem reiche das Nahrungsangebot nicht und die Katzen bedrohten auch Vogelarten. „Alle Experten sagen, es ist ein dringendes Problem, das wir in den Griff bekommen müssen“, sagt Altbauer-Kallnischkies. Das Kastrieren und Chippen einer Katze würde 120 bis 150 Euro pro Tier kosten.

Wolfgang Roboon von der Uelzener Tiertafel und Kristin Zangi vom Tierschutzverein Uelzen bestätigen Altbauer-Kallnischkies Aussagen. Es gebe Orte im Stadtgebiet, wo sich bis zu 30 Katzen aufhielten und in einem sehr schlechten Zustand seien. „Es gibt Tiere, die sind von vorn bis hinten verwurmt“, berichtet Zangi. Ein Schwerpunkt sei etwa bei der Tankstelle in der Nähe der Johnsburg oder der Stadtwald. Eine Verordnung würden beide begrüßen. „Es wäre in der Praxis endlich geregelt und wir könnten handeln“, sagt Zangi. Außerdem würde es ihre Arbeit erleichtern, weil sie bei Diskussionen mit hartnäckigen Verweigerern auf die Verordnung verweisen kann. Denn es gebe auch beratungsresistente Katzenhalter. Insgesamt kastriere man mehrere Hundert Katzen im Jahr.

Bevor die Stadt aber eine Kastrationspflicht erlassen kann, muss zunächst genau überprüft werden, ob die Lage wirklich so ernst ist, wie geschildert, sagt Ordnungsamtsleiter Volker Leddin. Auch dürfe der andere Tierschutz nicht hinten herunterfallen. „Es gibt auch kein konkretes Druckmittel, wenn sich jemand weigert, seine Katze zu kastrieren.“ Die Stadt könne zwar ein Zwangsgeld verhängen, wäre aber in der Beweispflicht, dass Katze X in Gebiet Y war. „Das ist faktisch unmöglich“, sagt Leddin. Dass es einen Handlungsbedarf gibt, zeige sich auch dadurch, wie schnell die vom Land zusätzlich zur Katzenkastration bereitgestellten Mittel verbraucht waren.

Der Ausschuss empfahl einstimmig, zunächst die Expertise von Tierschutzverein und Co. einzuholen, um anschließend über eine Kastrationspflicht zu entscheiden oder in Zusammenarbeit mit ihnen Aktionen zu planen.

Von Lars Lohmann

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