AUS DEM GERICHT Hunderte Fotos von Jungen und Mädchen gefunden

Angeklagter (53) aus Wriedel: Ein Handy voller Kinderpornografie

Mindestens 280 pornografische Bilder von Kindern bei der Zurschaustellung ihrer Körper sowie bei sexuellen Handlungen wurden auf dem Handy des 53-jährigen Angeklagten gefunden. (Symbolfoto)
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Mindestens 280 pornografische Bilder von Kindern bei der Zurschaustellung ihrer Körper sowie bei sexuellen Handlungen wurden auf dem Handy des 53-jährigen Angeklagten gefunden. (Symbolfoto)
  • Daniel Bieling
    VonDaniel Bieling
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Es waren deutliche Worte, die Richterin Anne Koertge im Uelzener Amtsgericht fand: „Das war eine riesengroße Dummheit. “ Gerichtet war dieser Denkzettel an den 53-jährigen Angeklagten aus Wriedel.

Uelzen – Bei diesem wurde laut Anklage am 23. Januar 2020 eine Durchsuchung durchgeführt. Dabei wurde auf dem Handy des Angeklagten kinderpornografisches Material gefunden. Die Zahl von mindestens 280 solcher Bilder von Jungen und Mädchen unter 14 Jahren steht im Raum, dazu zahlreiche pornografische Ansichten von Jugendlichen – nicht nur bei der Zurschaustellung der Körper, sondern auch bei sexuellen Handlungen.

Der Angeklagte zeigte sich schuldbewusst und bezeichnete diese Tat in seiner Einlassung als „Dummheit“. Er wisse nicht, was ihn in dieser Sache geritten habe. „Ich bin nicht so veranlagt“, betonte der 53-Jährige mit leiser Stimme. „Mehr kann ich dazu nicht sagen, weil einem da die Worte fehlen.“

Richterin und Staatsanwältin schauten die Fotos noch einmal durch. Ein roter Ordner lag dazu bereit, der durch das Bildmaterial erschreckend umfangreich gefüllt war. „Das sind nicht nur Posingbilder, sondern auch etliche Missbrauchsbilder“, stellte Koertge fest.

Richterin redet ihm ins Gewissen

Für die Staatsanwaltschaft war die Sache klar: Der Angeklagte sei schuldig zu sprechen. Eine Geldstrafe von insgesamt 4950 Euro, zu zahlen in 90 Tagessätzen à 55 Euro, lautete die Forderung. Das Geständnis und die Einsicht des Angeklagten sowie die Tatsache, dass er keine Vorstrafen habe, seien ihm zugutezuhalten. Richterin Koertge folgte dieser Forderung.

In der abschließenden Urteilsbegründung machte sie ihrem Ärger noch einmal Luft. „Unter Leuten wie Ihnen, die sich diese Bilder herunterladen, leiden diese Kinder nach wie vor. Und das Tag für Tag.“ Koertge machte dem 53-Jährigen deutlich, dass es auch jetzt schon zu einer Freiheitsstrafe hätte kommen können und warnte ihn davor, seine Dummheit zu wiederholen. „Sollte das noch einmal passieren, sieht das ganz anders aus. Machen Sie das nicht noch mal!“

Der Angeklagte ließ den Urteilsspruch mit gesenktem Blick über sich ergehen. Die Strafe nahm er klaglos an, Rechtsmittel dagegen wolle er nicht einlegen.

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