„Ein großes Friedensprojekt“

Kundgebung für Europa auf dem Uelzener Herzogenplatz mit 300 Teilnehmern

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Dean Chapmann, gebürtiger Engländer, und weitere Europäer übernahmen die Begrüßung.

Uelzen – Renate und Karl-Heinz Fabian halten ein Transparent in die Höhe. „UE for EU“ ist darauf zu lesen. „Wir sind Fans von Europa“, sagt Karl-Heinz Fabian. Das wollen er und seine Frau zum Ausdruck bringen.

Am Donnerstag sind noch weit mehr Europa-„Fans“ zum Uelzener Herzogenplatz gekommen.

Etwa 300 Frauen und Männer haben den Weg zum Uelzener Herzogenplatz gefunden und nahmen an der Kundgebung teil.

Eine Initiative von engagierten Uelzenern hatte eingeladen und wollte mit möglichst vielen ein Zeichen für die europäische Gemeinschaft setzen. Nicht an irgendeinem Tag: Donnerstag ist Europa-Tag und in gut zwei Wochen wird das neue EU-Parlament gewählt. Zur Kundgebung gekommen sind etwa 300 Frauen und Männer. Das Organisationsteam hat sich etwas einfallen lassen: Die Begrüßung übernehmen Menschen aus unterschiedlichen europäischen Ländern, die inzwischen im Landkreis leben. Die Begrüßung erfolgt in der jeweiligen Heimatsprache. Viel Applaus erhält Dean Chapman. Der Grund? Er stammt eigentlich aus Großbritannien und outet sich am Donnerstag als Freund der EU. In Zeiten der Brexit-Verhandlungen ist das keine Selbstverständlichkeit.

Auf den geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU kommt auch der Hauptredner des Abends zu sprechen. Claas Knoop, früherer Deutscher Botschafter und EU-Experte, nennt den Brexit einen „Warnruf“ an die europäische Gemeinschaft. Es gebe Kräfte, die von außen wie von innen für die EU eine Bedrohung seien. Dabei sei gerade beim Brexit so viel über die EU gelogen worden.

In Wahrheit sei die EU ein Erfolgsmodell und „ein großes Friedensprojekt“, so Knoop. Und er erinnert auch an die Freiheiten, die es durch die EU gebe – beispielsweise die Möglichkeit, in andere Länder zu reisen. Darauf kommt auch die HEG-Schülerin Luise Epler zu sprechen. Mehrfach nahm sie schon an Schüler-Austauschprogrammen teil und lebte in Frankreich: „Man lernt bei solchen Aufenthalten das Leben kennen“, sagt sie. Weitere junge Menschen bringen bei der Kundgebung ebenfalls zum Ausdruck, was Europa für sie bedeutet und rufen dazu auf, am 26. Mai zur Europa-Wahl zu gehen.

Für Musik sorgten die Big Band des Herzog-Ernst-Gymnasiums und die Percussion-Gruppe der Musikschule.

Ein Gemeinschaftsgefühl schaffen die Organisatoren zum Abschluss der Veranstaltung. Nachdem bereits unter anderem die Big Band des Herzog-Ernst-Gymnasiums für einen musikalischen Rahmen sorgte, tritt die Band „Heide Brass“ auf. Es wird die Europa-Hymne gespielt und es wird gesungen – gemeinsam.

VON NORMAN REUTER

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