Betrieb für Folientechnik investiert zwei Millionen Euro in neue Produktionsstätte

„Ein Glückstag für Uelzen“

+
Inzwischen lassen sich ganze Wagenteile wie Dächer mit Folien beziehen. Das sei in der Herstellung günstiger als eine Lackierung, erklärt gestern Geschäftsführer Stefan Kaufmann (3. v.l.) dem Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (l.), dem Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer und Bürgermeister Jürgen Markwardt (r.).

Uelzen. Der Tag hat einen schlechten Ruf: Freitag, der 13. Wenn etwas passiert, dann an diesem Tag, meint der Volksmund.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann hat den gestrigen Freitag mit besagtem Datum zur Ausnahme erklärt: „Für Uelzen ist das ein Glückstag. “

Das Unternehmen Pawlak ist dabei, eine neue Produktionsstätte in Nordosten von Uelzen zu errichten. Der Spezialist für Folien, die auf Autos aufgebracht werden, will sich breiter aufstellen, mit neuen Innovationen punkten und dafür auch mehr Personal einstellen. Rund zwei Millionen investiert das Unternehmen jetzt, das Land fördert das Projekt mit 555.000 Euro. Althusmann überreicht gestern Morgen am neuen Standort den Förderbescheid.

Das Unternehmen Pawlak entstand vor 30 Jahren – zunächst werden Handwerker-Fahrzeuge mit Schriften versehen und die Folien für Schaufensterwerbung erstellt. Inzwischen spielt das Unternehmen in einer anderen Liga. Weltweit ist es tätig – Europa, Nord- und Lateinamerika, Südafrika und Asien, „Wir haben eine große Nachfrage aus China“, schildert Geschäftsführer und Gesellschafter Stefan Kaufmann. Dort sei es weitaus schwieriger, für Lackierereien Genehmigungen zu erhalten. Die Pawlak Automotive Folientechnik und Folienengineering GmbH bietet Alternativen.

Mittlerweile können ganze Autoteile wie Dächer mit Folien bezogen werden – das sei auch kostengünstiger und auch schneller umzusetzen, als eine Lackierung, sagt Kaufmann. Zudem: Mit Folienlösungen ließe sich auch das Gewicht von Fahrzeugen minimieren. Die Techniken seien deshalb in der Automobilindustrie gefragt – und das Unternehmen stellt sich für den Markt auf.

Am bisherigen Standort in Oldenstadt wurde der Platz zu eng. So entsteht seit Mai in Neu Ripdorf die neue Produktionsstätte auf 4300 Quadratmetern. 800 Quadratmeter Nutzfläche hat das neue Gebäude. 15 Mitarbeiter zählt der Betrieb bislang, in wenigen Jahren wolle man 25 Kräfte beschäftigen, so Kaufmann.

In der neuen Produktionsstätte werde es auch ein Designstudio geben, in dem Designer und Techniker zusammen arbeiten. Kreative Köpfe entwickeln Neues, das sich auch umsetzen lassen muss. Das ist der Part der Techniker. Dass das Unternehmen am Standort Uelzen festhält, war für Stefan Kaufmann klar. „Wir haben hier unsere Mitarbeiter und die Nähe zu Wolfsburg mit dem VW-Werk“, sagt Kaufmann. In diesem Jahr soll die neue Produktionsstätte noch fertiggestellt werden.

Von Norman Reuter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare