350 Besucher beim Neujahrsempfang der Stadt im Ratssaal

„Ein Glas auf Uelzen und Sie alle!“

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Das Jahr 2011 war für Bürgermeister Otto Lukat zwar ein Jahr der Katastrophen, aber für den Landkreis Uelzen sieht er einen positiven Verlauf.

Uelzen. Die meisten fanden unmittelbar ins Gespräch, sobald sich der Ratssaal am Sonnabend füllte. Viele Besucher hatten bereits vor der Zeit – mehr oder weniger geduldig - an der verschlossenen Tür gewartet. Zum siebten Neujahrsempfang der Stadt kamen 350 Gäste.

Offenbar blieben Bürgermeister Otto Lukat Absagen als Form der Missbilligung an seiner Amtsführung erspart; es herrschte dichtes Gedränge. Der Chor des Herzog-Ernst-Gymnasiums zeichnete verantwortlich für den musikalischen Rahmen, der sich aus Shanty, französischem Volkslied und Gospel wob. Frisch synkopisch durchgelüftet und stimmstark fröhlich.

Das Stadtoberhaupt nahm diesen schwungvollen Auftakt, die Sonne und den blauen Himmel vor der Tür „als gutes Zeichen für ein gutes Jahr“. Er begrüßte die Anwesenden, stellvertretend für alle einige auch namentlich. Das erste Mal brandete Beifall auf beim Vertreter des Handwerks: Kreishandwerksmeister Horst Saevecke erhielt den Applaus für sein Engagement am Uelzer Hof. Ein besonderer Gruß galt der 104-jährigen Elsa Albanus, die es sich nicht nehmen lässt, den Empfang jährlich zu besuchen.

Das Jahr 2011, so Lukat in seiner Ansprache weiter, sei „eher ein Jahr der Katastrophen“ gewesen. Er nannte als Stichworte die Spannungen in Nahost, die Unwägbarkeiten des Arabischen Frühlings, Fukushima und die Euro-Krise. „Für unseren kleinen Kosmos Uelzen“ machte der Redner jedoch einen „positiven Verlauf“ aus. „Dank der Leistungsfähigkeit der Wirtschaftsunternehmen liegt die Arbeitslosenquote bei niedrigen 6,4 Prozent“, so Lukat. Er nannte die Investitionen an den beiden Gymnasien, die Einweihung der Krippe in Oldenstadt, die Sanierung des Bohldammtunnels und die Eröffnung des Mehrgenerationenspielplatzes als Glanzpunkte; die Zusage für die Ortsumgehung Kirchweyhe aber den „Höhepunkt am Ende des Jahres“. Ein „wunderbares Kulturfest“ habe es gegeben, sagte der Bürgermeister, um mit dem Zukunftsvertrag, der 80 Millionen Euro in den Landkreis bringt, auf die kommenden Jahre zu blicken. Den Ball „Zukunftsvertrag“ nahmen Landrat Dr. Heiko Blume und Jörg Hilmer, Mitglied des Landtages, auf. „Ich freue mich auf eine weitere gute Zusammenarbeit, sowohl menschlich als auch in der Sache“, sagte der neue Landrat und beantwortete die Hoffnung des Bürgermeister, die Einwohner mögen von dem Geld profitieren, positiv. Hilmer wünschte sich verantwortungsvollen Umgang mit dem Haushalt und Hilfe bei der Entschuldung der Stadt, „damit die nächste Generation ihre Chance bekommt“. Geduld, Bürgersinn und Unternehmergeist seien erforderlich, um Uelzen gemeinsam attraktiv zu machen, war sich Propst Jörg Hagen sicher. Diese Eigenschaften und „das gemeinsame Ziehen am gleichen Strang“ war durch die Jahrhunderte stets wichtig, erinnerte er.

Für Heiterkeit sorgte die Seniorenbeauftragte Renate Barthel, die der Uelzener Jugend die Stadt auch für einen Einkaufsbummel ans Herz legte, weil „eine nette Bedienung der Seele mehr gut tut als eine kalte Email – oder wie das heißt.“ Und wie zeitlos Gebete sein können, bewies die Rednerin mit dem Stoßseufzer von Hermann Kappen, Pastor der St. Lamberti Kirche Münster, aus dem Jahr 1883. Dafür bekam sie lautstarken Applaus.

Von Barbara Kaiser

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