Einkaufen im alten Gemeindehaus?

Ein Dorfladen für Molzen

Ortsratsmitglied Cornelia Lucas und Ortsbürgermeister Henning Gröfke hoffen, dass genug Anteile für einen „Tante Enso“-Laden im Molzen gezeichnet werden.
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Ortsratsmitglied Cornelia Lucas und Ortsbürgermeister Henning Gröfke hoffen, dass genug Anteile für einen „Tante Enso“-Laden im Molzen gezeichnet werden.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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In Molzen könnte wieder ein Dorfladen öffnen. Aber dafür braucht es das Engagement der Einwohner.

Uelzen-Molzen – Im Dorfladen der Familie Niemann gingen Ende des letzten Jahrtausends die Lichter aus. 2012 schloss auch das Bäckerlädchen. Seitdem besitzen die Molzener im Ort keine Einkaufsmöglichkeit mehr. Das könnte sich wieder ändern. Das Gemeindehaus der selbstständigen evangelisch-lutherischen Christus-Gemeinde steht leer, wenn der Neubau an der Uelzener Straße fertig ist. In dem Gebäude aus den 1960er Jahren sollen dann, so der Plan, Obst, Gemüse, Getränke, Kühlwaren und mehr zu kaufen sein.

„Es ist der am meisten an mich herangetragene Wunsch der Molzener, dass es wieder einen Laden gibt“, sagt Ortsbürgermeister Henning Gröfke. Mit dem Konzept von „Tante Enso“ könnte das Realität werden.

In Schnega im Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg ist die ENSO eCommerce GmbH aus Bremen mit einem Dorfladen bereits vertreten. Die AZ berichtete darüber, der Artikel fiel in Molzen auf. Der Ortsrat bemüht sich seitdem, das Konzept auch ins Dorf zu holen.

„Dafür braucht es aber auch die Mithilfe der Bürger. Das Unternehmen will Engagement sehen“, sagt Henning Gröfke. Um sicher zu gehen, dass der Dorfladen auf Akzeptanz stößt, müssen wie bei einer Genossenschaft Anteile gezeichnet werden. „400 Anteile je 100 Euro brauchen wir“, so Henning Gröfke. Dabei kommt es auf Köpfe an – einer kann nicht gleich ein Dutzend Anteile erwerben.

Tante Enso – das spielt auf den „Tante Emma“-Laden an. 2500 bis 3000 Artikel sollen im Gemeindehaus direkt zu kaufen sein. „Und zwar sieben Tage die Woche, 24 Stunden“, schildert Gröfke. Die Produkte würden selbst gescannt, gezahlt wird mit Karte. „Es wird aber auch Zeiten mit Personal geben“, erklärt der Ortsbürgermeister. Wer über die Bestandswaren hinaus etwas benötige, könne es bestellen und die Waren aus einer Paketstation am Laden abholen.

Gut 900 Einwohner zählt Molzen. Der Ortsrat hofft auch auf die umliegenden Orte, deren Bewohner von dem Konzept profitieren könnten. „Wir haben Info-Schreiben herausgeschickt“, berichtet Gröfke. Am heutigen Sonntag von 17 bis 19 Uhr ist noch einmal eine Sprechstunde im alten Bäckerlädchen geplant, in der Fragen beantwortet würden. Es könnten auch die Unterlagen von jenen abgegeben werden, die noch Anteilseigner werden wollen.

Etwa 250 Anteile für den Laden wurden bislang gezeichnet. „Es ist noch ein Weg zu gehen“, sagt Henning Gröfke.

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