Entscheidung zur Schullandschaft

Es kommt keine IGS im Landkreis Uelzen

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Der Kreistag hat zur Zukunft der Schullandschaft entschieden.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Uelzen/Landkreis ‒ Stattdessen fand ein Antrag der CDU und UWG im Kreistag eine Mehrheit, wonach die bisherigen Schulformen für mindestens 7 Jahre erhalten bleiben.

Uelzen/Landkreis – Die weiterführenden Schulen im Landkreis Uelzen sollen in ihren bisherigen Formen für mindestens weitere sieben Jahre bestehen bleiben. Das hat der Uelzener Kreistag gestern Nachmittag nach gut einstündiger Aussprache mehrheitlich beschlossen. Das entspricht einem Antrag von CDU und UWG im Kreistag.

Mehrheiten fanden sich indes weder für den Aufbau einer Integrierten Gesamtschule (IGS) noch für eine Rückkehr einer Realschule, so wie es sich SPD, Grüne, FDP und Linke in einem Antrag wünschten. Bei der Frage, ob eine IGS eingeführt werden sollte, stimmten 16 Kreistagsmitglieder dafür und 21 dagegen. Bei der Realschule votierten nur acht dafür und 30 dagegen.

Die Abstimmung gestern im Kreistag setzte hinter gut drei Jahren der Beratungen der Kreispolitik zur Zukunft der Uelzener Schullandschaft einen vorläufigen Schlusspunkt. Die Fraktionen stellten zuvor in der Aussprache noch einmal ihre Positionen vor gut 30 Zuhörern in der Jabelmannhalle, in der getagt wurde, vor.

„Schulen brauchen Ruhe“

Karsten Jäkel (CDU) sagte: „Sowohl eine IGS als auch eine Realschule hätten mehr Nach- als Vorteile.“ Er verwies auf starke Auswirkungen auf die Uelzener Schullandschaft, sollte es zu einem Votum für eine IGS kommen. Max Lemm (CDU) erklärte, die Schulen in der Region bräuchten nach den Herausforderungen der letzten Jahre Ruhe zum Arbeiten und nicht eine Strukturdebatte.

Heiner Scholing (Grüne) hielt dagegen. „Wir haben erhebliche Abgänge an die KGS in Clenze (Landkreis Lüchow-Dannenberg).“ Kindern würden täglich Fahrzeiten von bis zu drei Stunden zugemutet. Und Scholing erinnerte an die Elternbefragung im Herbst 2019, deren Teilnehmer sich mit fast 60 Prozent für eine IGS und mit fast 70 Prozent für eine Realschule aussprachen. „Es ist ein Ergebnis, das einen auffordert, was zu machen“, so Scholing.

Léonard Hyfing (FDP) meinte, mit dem Antrag von CDU und UWG würde den Menschen Sand in die Augen gestreut. Er stellte auf eine Antragspassage ab, wonach den bisherigen Schulen auch eine Standortgarantie gegeben werden soll. Aber nach Gesetzeslage müssten Oberschulen pro Jahrgang mindestens zwei Klassen besitzen. Das aber würden Schülerprognosen für manche Oberschule im Landkreis nicht hergeben. „Man muss ehrlich sein.“

Jan Henner Putzier (SPD) sagte: Mit der Elternbefragung sei ein großer Handlungsbedarf festgestellt worden. Jetzt nichts tun zu wollen, sei dreist. Und: „Eine IGS fehlt in der Region.“ Ivonne Großmann (ebenfalls SPD) fragte, warum in der Debatte nur die Eltern und nicht auch die Schüler befragt worden seien. 

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