Menschen sollen in der Innenstadt ihr Essen genießen können

Update: Uelzener Marktstraßen werden an den Wochenenden gesperrt - „An der Grenze des Zumutbaren“

Die Tempo-10-Zone in den Uelzener Marktstraßen soll in eine verkehrsberuhigte Zone umgewandelt werden.
+
Die Uelzener Marktstraßen werden an den Sommerwochenenden zur autofreien Zone
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
    schließen

Erstmals kommt es an diesem Wochenende zu einer Sperrung der Marktstraßen für den motorisierten Verkehr. Damit sollen Schaufahrten ein Ende haben und Menschen in den Außenbereichen der Gastronomie ruhiger essen können. Bürgermeister Jürgen Markwardt kündigt stichprobenartige Kontrollen zu etwaigen Verstößen an.

+++ Update, 13.15 Uhr +++

Uelzen ‒ Sie war längst beschlossen, jetzt kommt die Sperrung der Marktstraßen für den motorisierten Verkehr an den Sommerwochenenden: Erstmals greift die Regelung am 19. und 20. Juni.

Ziel ist es, sogenannte Schaufahrten, bei denen Wagenbesitzer bewusst demonstrieren, wie PS-stark ihre Autos sind, zu unterbinden. Menschen in den Außenbereichen der Gastronomien an den Marktstraßen sollen in Ruhe ihr Essen oder ihr Eis genießen können. Bürgermeister Jürgen Markwardt sagt in einem Pressegespräch, in dem er über die geplante Sperrung informiert: „Es ist, gerade was freitags- und samstagabends an den Marktstraßen zu erleben ist, an der Grenze des Zumutbaren.“

Der Antrag zu autofreien Marktstraßen an Wochenenden im Sommer war im Jahr 2019 von der UWG im Uelzener Rat gestellt worden, die Beratung zog sich über 14 Monate bis ins vergangene Jahr – auch deshalb, weil zunächst Befragung von Uelzenern und auch von Geschäftsinhabern an den Marktstraßen stattfand. Das Ergebnis seinerzeit: Eine Mehrheit der befragten Bürger sprach sich für die Sperrung aus, die Mehrheit der Händler und Gastronomen an den Marktstraßen dagegen.

Ein Beschluss im letzten Sommer der Politik fiel für die Sperrung aus – mit der Einschränkung, dass sie frühestens 2021 kommen soll, und auch nur dann, wenn es die Corona-Pandemie sie zulässt. Dank der niedrigen Inzidenzen erfahre die Innenstadt und deren Gastronomien wieder Zuspruch, so Markwardt.

Nach Auffassung der Gewählten ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um damit zu starten. Die Baustellen im Innenstadtbereich – aktuell an der Bahnhof- und Schillerstraße und perspektivisch an der Dieterichsstraße – stellen dabei auch kein Hindernis dar. „Es war die erste Frage, nachdem sich die Politik am Montag für die Sperrung aussprach, die zu klären war: Harmonisiert das mit den Baustellen und Umleitungen?“, so Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt. „Dazu gibt es eine klare Aussage: Die Sperrung ist möglich.“

Von nun an werden die Veerßer und Lüneburger Straße sowie die Gudesstraße in den Bereichen, in denen der Wochenmarkt für gewöhnlich stattfindet, jeweils an den Wochenenden zur autofreien Zone. „Das gilt bis Oktober oder bis zu einem Beschluss der Politik, der anders lautet“, sagt Jürgen Markwardt.

Die Schranken, die für den Marktbetrieb eingesetzt werden, sollen dann bis mindestens Sonntagabend 22 Uhr geschlossen bleiben. Aber was, wenn ein Autofahrer die Sperrung ignoriert? „Es wird stichprobenartig kontrolliert“, so der Bürgermeister.

Im Zusammenhang mit den Sperrung soll es auch Ausnahmen geben: Anlieger und Gäste von Hotelbetrieben an an den Marktstraßen sollen eine Zufahrtsgenehmigung haben. Wer umzieht, kann das auch am Wochenende tun können. Zudem sollen Taxis und Bringdienste bei einer entsprechenden Bestellung passieren dürfen.

Die Uelzener und Stadtbesucher sollen an den Wochenenden nicht nur in Ruhe an den Marktstraßen speisen können. Mit Veranstaltungen sollen auch zusätzlich noch Menschen in den Kernstadtbereich gelockt werden – zu Zeiten, in denen die Geschäfte geschlossen haben. Man verspricht sich eine Aufwertung des Innenstadtbereichs. Was in diesem Jahr dazu noch möglich sei, müsse besprochen werden, so Markwardt.

+++ Erstmeldung, 11.15 Uhr +++

Die Uelzener Marktstraßen werden erstmals am kommenden Wochenende für den motorisierten Verkehr gesperrt sein. Das teilte soeben Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt in einem Pressegespräch mit.

Die Sperrung geht auf einen Beschluss der Politik aus dem Jahr 2020 zurück. Demnach wird nach dem Wochenmarkt am Samstag bis Sonntagabend 22 Uhr oder sogar bis Montagmorgen 5 Uhr die Marktstraßen für den motorisierten Verkehr nicht zu durchfahren sein. Die Sperrung gilt für den Bereich der Veerßer, Lüneburger und Gudesstraße, in dem üblicherweise der Wochenmarkt stattfindet.

Hinweis: In einer früheren Fassung des Artikels war zu lesen, dass die Sperrung auf einen Beschluss der Politik im Jahr 2019 zurückgeht. Der Beschluss wurde aber 2020 getroffen, der Antrag von der UWG zur Sperrung wurde 2019 eingereicht.

Weitere Informationen folgen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare